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Alt 17. Jun 2008, 09:05 Uhr   #21 (Permalink)
senchi
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Zitat von susenn Beitrag anzeigen
Außerdem verhindert dieser gnadenlose Bürokratismus Existenzgründungen und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Nach Recherchen der Weltbank muss ein Gründungswilliger in D mindestens 9 Hürden in steuer-und arbeitsrechtlichen Angelegenheiten überwinden. Er braucht dazu im Durchschnitt 45 Arbeitstage. Der EU Durchschnitt liegt bei 40 Tagen, in Großbritannien und Dänemark reichen 5 Arbeitstage aus.
So ist es. Was man noch bemerken könnte, wäre der Umstand, dass diese bürokratischen Hürden nicht nur einmal sondern oft jedes Jahr erneut genommen werden müssen.
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Alt 22. Jun 2008, 23:23 Uhr   #22 (Permalink)
Vertigo123
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Zitat:
Zitat von senchi Beitrag anzeigen
So ist es. Was man noch bemerken könnte, wäre der Umstand, dass diese bürokratischen Hürden nicht nur einmal sondern oft jedes Jahr erneut genommen werden müssen.
Welche Hürden sollen das genau sein, die jedes Jahr erneut genommen werden müssen? Ich bin seit Jahren selbstständig und kenne keine jedes Jahr erneut auftretende Hürden. Steuern und Abgaben abzuführen, sehe ich jetzt mal nicht als Hürde an, die Erstellung einer Bilanz ebensowenig. Und was die Gründungsdauer angeht, belegen aktuelle Studien, dass Deutschland ganz und gar nicht mehr Schlusslicht ist. Selbst mit einer GmbH benötige ich aus eigener Erfahrung keine 45 Tage mehr, um aus dem Status "in Gründung" herauszukommen und den geregelten Geschäftsbetrieb aufzunehmen. Glaubt Ihr allen Ernstes, in anderen Länden würde es keine Bürokratie geben bzw. dort wäre das Paradies für Unternehmer?
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Alt 23. Jun 2008, 08:39 Uhr   #23 (Permalink)
senchi
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Zitat:
Zitat von Vertigo123 Beitrag anzeigen
Welche Hürden sollen das genau sein, die jedes Jahr erneut genommen werden müssen? Ich bin seit Jahren selbstständig und kenne keine jedes Jahr erneut auftretende Hürden. Steuern und Abgaben abzuführen, sehe ich jetzt mal nicht als Hürde an, die Erstellung einer Bilanz ebensowenig. Und was die Gründungsdauer angeht, belegen aktuelle Studien, dass Deutschland ganz und gar nicht mehr Schlusslicht ist. Selbst mit einer GmbH benötige ich aus eigener Erfahrung keine 45 Tage mehr, um aus dem Status "in Gründung" herauszukommen und den geregelten Geschäftsbetrieb aufzunehmen. Glaubt Ihr allen Ernstes, in anderen Länden würde es keine Bürokratie geben bzw. dort wäre das Paradies für Unternehmer?
Ich weiß nicht genau, in welcher Branche Du arbeitest, kann Dir allerdings nur gratulieren. Unternehmer in den Bereichen Hotel- und Gaststättengewerbe, Bäckereien, Fleischereien (im Süden auch Metzger genannt) können da ganz andere Berichte abliefern.
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Alt 23. Jun 2008, 19:17 Uhr   #24 (Permalink)
Vertigo123
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Zitat:
Zitat von senchi Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht genau, in welcher Branche Du arbeitest, kann Dir allerdings nur gratulieren. Unternehmer in den Bereichen Hotel- und Gaststättengewerbe, Bäckereien, Fleischereien (im Süden auch Metzger genannt) können da ganz andere Berichte abliefern.
Ich bin im Marketingbereich selbstständig, also in erster Linie auf Know-How, Ideen und Kontakte angewiesen. Selbstredend stimme ich Dir zu, dass es bei kapitalintensiven Firmengründungen ungleich schwieriger ist, nur muss man das eben unterscheiden. Pauschal von Problemen zu reden, ist nicht so zielführend. Allerdings habe ich bislang auch zwei Firmengründungen im Handwerksbereich begleitet, die allesamt schnell und ohne Probleme über die Bühne gegangen sind. Bei vielen Existenzgründern gehen hier doch schon die Probleme los, da sie zwar Experten auf ihrem Gebiet sind, aber im Bereich Behörden, Gründung und Betriebswirtschaft sehr oft große Defizite bestehen.

Daniel
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Alt 23. Jun 2008, 20:00 Uhr   #25 (Permalink)
susenn
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Zitat:
Vertigo123;95397] Bei vielen Existenzgründern gehen hier doch schon die Probleme los, da sie zwar Experten auf ihrem Gebiet sind, aber im Bereich Behörden, Gründung und Betriebswirtschaft sehr oft große Defizite bestehen.
Daniel
Ist sicher richtig,
dazu reicht der Unterricht auf der Meisterschule nicht aus.
Auch die Zwangsmitgliedschaft in der Handwerkskammer oder die freiw. Zugehörigkeit zu einer Innung hilft diesen Leuten nicht wirklich.

Die Kleinstbetriebe haben aber auch weder die Zeit, noch qualifiziertes Personal um sich um all die bürokratischen Dinge zu kümmern.

Zitat:
Zitat von senchi Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht genau, in welcher Branche Du arbeitest, kann Dir allerdings nur gratulieren. Unternehmer in den Bereichen Hotel- und Gaststättengewerbe, Bäckereien, Fleischereien (im Süden auch Metzger genannt) können da ganz andere Berichte abliefern.
Ein junges Paar in in Freiburg führt ein gut laufendes Restaurant.
Da kommt ständig die Berufsgenossenschaft, kontolliert Treppen, Küche und ganz wichtig das PFLASTERBUCH!

Aber auch das Ordnungsamt kreuzt abend auf und vermisst wie weit bestuhlt wurde. 10 cm über der erlaubten Fläche kosten 5.000 EUR Bußgeld x 2, denn da der Betrieb 2 Inhaber hat, zahlte jeder 5.000 EUR.

Geändert von susenn (23. Jun 2008 um 20:00 Uhr Uhr). Grund: Doppelpost zusammengeführt
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Alt 23. Jun 2008, 22:46 Uhr   #26 (Permalink)
Vertigo123
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Zitat:
Zitat von susenn Beitrag anzeigen
...
Auch die Zwangsmitgliedschaft in der Handwerkskammer oder die freiw. Zugehörigkeit zu einer Innung hilft diesen Leuten nicht wirklich.
Die Kleinstbetriebe haben aber auch weder die Zeit, noch qualifiziertes Personal um sich um all die bürokratischen Dinge zu kümmern.
...
Da sprichst Du mir aus der Seele. Zwangsmitgliedschaften, besonders bei Handwerkskammern und Berufsgenossenschaften sind in meinen Augen Hindernisse der freien Wirtschaft, aber da haben die Kammern und Genossenschaften eine zu große Lobby, als dass sich da in absehbarer Zeit sonderlich viel ändern wird.

Daniel
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Alt 24. Jun 2008, 08:35 Uhr   #27 (Permalink)
senchi
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Zitat:
Zitat von susenn Beitrag anzeigen
Ein junges Paar in in Freiburg führt ein gut laufendes Restaurant.
Da kommt ständig die Berufsgenossenschaft, kontolliert Treppen, Küche und ganz wichtig das PFLASTERBUCH!

Aber auch das Ordnungsamt kreuzt abend auf und vermisst wie weit bestuhlt wurde. 10 cm über der erlaubten Fläche kosten 5.000 EUR Bußgeld x 2, denn da der Betrieb 2 Inhaber hat, zahlte jeder 5.000 EUR.
So ist es. Davon gibt es leider Tausende in diesem Land.

Zitat:
Zitat von Vertigo123 Beitrag anzeigen
Da sprichst Du mir aus der Seele. Zwangsmitgliedschaften, besonders bei Handwerkskammern und Berufsgenossenschaften sind in meinen Augen Hindernisse der freien Wirtschaft, aber da haben die Kammern und Genossenschaften eine zu große Lobby, als dass sich da in absehbarer Zeit sonderlich viel ändern wird.
100% Zustimmung. Nur die Politik kann hier etwas verändern. Die Post von der IHK kommt meist noch vor dem Finanzamt. Gerade die Kammern hüten ihre Pfründe mit Argusaugen.
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Geändert von senchi (24. Jun 2008 um 08:35 Uhr Uhr). Grund: Doppelpost zusammengeführt
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Alt 04. Jul 2008, 01:32 Uhr   #28 (Permalink)
blues
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Zitat:
Zitat von Der Unschlüssige Beitrag anzeigen
@blues:

Das dumme ist nur, dass Geld erstmal erwirtschaftet werden muss, bevor man es verteilen kann. Und wenn man denen, die Arbeitsplätze schaffen würden mit ihrem Geld, es ihnen aus der Tasche zieht über Steuern, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Arbeitslosigkeit entsprechend hoch ist.

Ist das sozial? Ist es wirklich sozial, wenn man Leute für Nichtstun bezahlt, anstatt das Geld bei denen zu lassen, die dafür Arbeitsplätze schaffen würden?

Würde das Programm der Linken ("Freibier für alle!") umgesetzt, dann würde sich in Windeseile die Arbeitslosenzahl verdoppeln. Im Sozialismus kann man eben leider nur Armut "gerecht" verteilen, aber keinen Wohlstand.
Leute fürs Nichtstun zu bezahlen ist alles andere als sozial, man sollte den Menschen, die nicht wissen was sie tun können aufzeigen, was sie tun könnten, einige sind dabei, die es eben nicht wissen ...

Eine Frage sei gestattet, woran liegt es, dass große Teile der Bevölkerung - auch europaweit - verarmen ?
__________________
le chaim !

Geändert von blues (04. Jul 2008 um 01:37 Uhr Uhr).
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Alt 10. Jul 2008, 15:31 Uhr   #29 (Permalink)
senchi
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Zitat von blues Beitrag anzeigen
Eine Frage sei gestattet, woran liegt es, dass große Teile der Bevölkerung - auch europaweit - verarmen ?
Eine schöne populistische Frage. Was man bei uns im Land verarmen nennt ist woanders gehobener Standard. Ergo Jammern auf hohem Niveau.

Um trotzdem etwas auf Deine spitze Frage einzugehen. Die fetten Jahre der fließenden Honigtöpfe durch die öffentliche Hand sind vorbei. Wer jahrelang Arbeitslosigkeit millionenfach alimentiert und nicht die Rahmenbedingungen für neue Arbeitsplätze schafft, ist irgendwann am Ende seiner finanziellen Kraft.
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