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Alt 14. Jan 2008, 12:55 Uhr   #1 (Permalink)
Siran
Don Quixote
 
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Registriert seit: Feb 2007
Beiträge: 3.438
Standard Energiehandel macht Strom unsicher

Der Staat ist alarmiert: Anfang November warnten die Energiekonzerne die Bundesregierung im vertraulichen Gespräch, dass der Stromversorgung in Deutschland größere Ausfälle drohten. Nun spricht der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gar von einer Mängelverwaltung.

Mehrere Faktoren haben in den letzten Jahren die Stromnetze unsicher gemacht: Öffentlich diskutiert wird vor allem, dass immer mehr Windräder und Kohlekraftwerke im deutschen Norden gebaut werden. Für den Abtransport des Stroms nach Süden gibt es nicht genügend Leitungen. Dieses Problem wird aber durch die Folgen der Liberalisierung des Strommarkts dramatisch verschärft. "Vor der Liberalisierung war das Prinzip, dass Strom möglichst am Ort des Verbrauchs produziert und nicht über weite Strecken transportiert wird. Das ist vollkommen aufgegeben worden", sagt Thomas Schäfer, Netzexperte bei Vattenfall Europe. Der grenzüberschreitende Handel nehme zu, während der Netzausbau nicht vorankomme. weiterlesen

Finde ich ganz interessant den Artikel. Von der ganzen Problematik dieses Stromhandels kriegt man sonst viel zu wenig mit.
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Alt 14. Jan 2008, 13:07 Uhr   #2 (Permalink)
S. Krellborn
Senior Member
 
Registriert seit: Apr 2007
Beiträge: 472
Standard

Abgesehen davon, dass als Lösung für das Problem der mangelnden Informiertheit der Netzebetreiber über die Ergebnisse des Stromhandels nicht die Informations-, sondern die Transportnetze ausgebaut werden sollen, enthält der Artikel leider nicht genügend Informationen, um auf seiner Grundlage diskutieren zu können.

Wie sind denn Stromnetze aufgebaut? Wie das Straßensystem? Gibt es Fernstraßen, auf die der Regionalverkehr nie auffährt, oder ist alles gleich wie in den Everglades?

Welche Möglichkeiten gibt es, Strom zu speichern? Muss der steuerlich geförderte Solarstrom von zigtausenden Hausdächern noch am hellichten Tage wieder verbraucht werden, oder kann man ihn für schlechte Zeiten zurücklegen (ich hörte, früher pumpte man für diese Zwecke einfach Wasser den Berg hoch in Stauseen)?

So kann ich mir bislang nur die ketzerische Frage erlauben: was ist so schlimm daran, wenn die Stromversorgung unsicherer wird? Wer weiß, vielleicht ist ja gerade die Allverfügbarkeit von Strom schuld an vielen zivilisatorischen Mißständen, von Bewegungsarmut über Fehlernährung bis hin zu Moralverfall und mangelnder Bildung.
__________________
"Ich hab mein Sach auf mich gestellt." Max Stirner
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Alt 14. Jan 2008, 14:13 Uhr   #3 (Permalink)
Scotty
Hup Oranje!
 
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Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von S. Krellborn Beitrag anzeigen
... über Fehlernährung bis...
Sorry, wenn ich jetzt nur diesen Punkt rausgreife.
Aber verdorbenes Fleisch und Gemüse, das in den stromlosen Kühlschränken verrotet, ist meines Erachtens noch "Fehlernährter"....
Es ist ja nicht nur das Vorhandensein von stetiger Stromversorgung, sondern auch das Ausrichten der Bebauung auf diesen Umstand.
Wer hat denn heute noch, außer bäuerlichen Gegenden, einen Kühlkeller, oder weckt ein? Oder hat die Möglichkeit, sein Fleisch durch Räuchern, Dörren etc. haltbar zu machen und das dann bei sich zu Hause auch fachgerecht lagern zu können.
Die Heizungsrohre gehen bei uns z. B. durch den Keller. Wie willst Du da Lebensmittel kühl lagern?
Kochen ohne Strom? Wer hat denn überhaupt noch einen Kaminanschluß in der Küche?
Bei Neubauten sowieso nicht, allenfalls noch für einen Kachelofen.
Und in Altbauten wird das raussaniert.
Deswegen ist eine funktionierende Grundstromversorgung die Vorraussetzung für die Grundversorgung von Menschen, vor allem in der Stadt.
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Alt 14. Jan 2008, 14:24 Uhr   #4 (Permalink)
Amanda
Humorvampir
 
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Registriert seit: Feb 2007
Ort: München
Beiträge: 3.227
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Zitat:
Wer weiß, vielleicht ist ja gerade die Allverfügbarkeit von Strom schuld an vielen zivilisatorischen Mißständen, von Bewegungsarmut über Fehlernährung bis hin zu Moralverfall und mangelnder Bildung.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Intensivstationen in den Krankenhäusern über die Allverfügbarkeit von Strom recht dankbar sind, ebenso die OP-Räume.

Zudem weiß ich auch nicht wie das andere so sehen, aber im Altenheim stelle ich mir das auch recht lauschig vor, wenn auf einmal die halbe Einwohnerschaft das Zeitliche segnet, nur weil mal wieder mit der Stromversorgung die Beatmungsgeräte ausfallen...

Aber da hast Du schon Recht, Krellborn, wer braucht schon eine funktionierende Stromversorgung, wenn man sich die Möglichkeiten so durchdenkt.

Nur noch eine Frage: Was hat Moral mit Strom zu tun?
__________________
Wenn sich das Universum ausdehnt, warum finde ich dann nie einen Parkplatz?
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Alt 14. Jan 2008, 16:14 Uhr   #5 (Permalink)
Siran
Don Quixote
 
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Registriert seit: Feb 2007
Beiträge: 3.438
Standard

Zitat:
Zitat von Amanda Beitrag anzeigen
Nur noch eine Frage: Was hat Moral mit Strom zu tun?
Ist doch ganz einfach. Ohne Strom keinen verderbendes Radio, kein verderbendes Fernsehen oder noch schlimmer Privatfernsehen und ohne Strom auch keine noch wesentlich verderbendere Computerspiele...
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Alt 14. Jan 2008, 16:18 Uhr   #6 (Permalink)
couvrex
Member
 
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Beiträge: 40
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Frei nach Nobbi Blüm
Unsere Stromversorgung ist sicher

Elektrischer Strom im Überfluss

Davon träumen andere Inseln und dennoch hinterlässt dieser Überschuss auch große Fragen. - Zunächst die blanken Zahlen. - Das Diesel-Kraftwerk in Los Guinches nahe der Hauptstadt kann, laut dem Betreiber UNELCO 73 Megawatt an Leistung produzieren, die Haushalte und gewerblichen Betriebe rufen aber lediglich 46 Megawatt im Durchschnitt ab. - Damit hat man sogar für Spitzenbedarfszeiten, wenn Paul den Heizlüfter anmacht, genügend Reserven. - Das war nicht immer so und wer erinnert sich nicht mehr an die Zeit um die Jahre 2002/2003, als die Versorgung mit elektrischer Energie auf La Palma eine sehr wackelige Angelegenheit war. - Das wurde besser, als man eine Monsterturbine aus den USA hier installierte und die vorhandene Leistung damit gleich mal verdoppelte. - Ich erinnere mich gut daran, weil es ein absolutes Schauspiel war, wie man dieses Monstrum vom Hafen in das nahe Kraftwerk brachte. - Die Turbine selbst wurde mit einer dieser großen Antonov nach Tenerife geflogen und dann per Schiff zu uns gebracht. - Landen kann so eine Antonov bei uns nicht, oder wenn doch, nur einmal. - Spötter sagten damals, sollte diese Maschine vom Süden her bei uns landen wollen, dann käme sie genau am Kraftwerk zum Stehen, denn das ist etwa nur 4 Kilometer vom Flughafen entfernt, allerdings liegt ein großes Stück Atlantik auf dem Weg dorthin.


(La Palma Aktuell - Frische Nachrichten aus La Palma)
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Alt 14. Jan 2008, 19:00 Uhr   #7 (Permalink)
hse
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Ort: Südhessen
Beiträge: 175
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Zitat:
Zitat von Amanda Beitrag anzeigen
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Intensivstationen in den Krankenhäusern über die Allverfügbarkeit von Strom recht dankbar sind, ebenso die OP-Räume.

Zudem weiß ich auch nicht wie das andere so sehen, aber im Altenheim stelle ich mir das auch recht lauschig vor, wenn auf einmal die halbe Einwohnerschaft das Zeitliche segnet, nur weil mal wieder mit der Stromversorgung die Beatmungsgeräte ausfallen...
Ich bin ziemlich erschüttert darüber, daß hier offenbar unbekannt ist, daß Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime und andere wichtige Einrichtungen (Wasserwerke, Gasdruckerhöhungsanlagen......... Bundeswehr/Polizei und Grenzschutzeinrichtungen) über Notstromkonzepte verfügen, die ein netzunabhängiges Agieren sicher.

Das geht in der Regel mit Diesel Aggregaten/Gasturbinen, die in `Friedenszeiten`Netzsynchron laufen, und im Ernstfall auf Inselbetrieb umstellen, ganz von alleine.

Für Privathaushalte sieht es natürlich anders aus, wenn die ZH, die Gefriertruhe, der PC...............nicht mehr funzt.

Stefan
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Alt 14. Jan 2008, 19:55 Uhr   #8 (Permalink)
Amanda
Humorvampir
 
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Registriert seit: Feb 2007
Ort: München
Beiträge: 3.227
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Fragt sich halt nur wie diese Anlagen auf Dauer reagieren, wenn ständig Stromschwankungen auftreten würden.
Frei nach dem Motto: Strom fließt, Strom fließt nicht, Strom fließt, etc...

Zudem ist es für mich immer noch fraglich, was so "Heilsbringend" daran sein sollte, wenn wir ein Stromnetz wie ein Dritte-Welt-Land hätten.
Fände unsere Wirtschaft sicher ganz spannend...
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Alt 14. Jan 2008, 20:16 Uhr   #9 (Permalink)
hse
Senior Member
 
Registriert seit: Jan 2008
Ort: Südhessen
Beiträge: 175
Standard

Natürlich wünsche ich mir keine Verschlechterung der Infrastruktur zugunsten höhere Profite.

Tatsach ist aber, daß zumindest eine Notversorgung bei uns durchaus gewährleistet ist.

Das sind Maschinen, die regelmäßig gewartet keine Probleme mit `Strom hoch-Strom runter`haben.

Im Gegenteil, bei uns werden derartige Notkonzepte so selten eingesetzt, daß der Stillstand schädlicher ist, als der Dauerbetrieb.

Stefan

Geändert von hse (14. Jan 2008 um 20:24 Uhr Uhr). Grund: Mißverständnissen vorbeugen
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Alt 14. Jan 2008, 22:56 Uhr   #10 (Permalink)
S. Krellborn
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Beiträge: 472
Standard

Zitat:
Zitat von Amanda Beitrag anzeigen
Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Intensivstationen in den Krankenhäusern über die Allverfügbarkeit von Strom recht dankbar sind, ebenso die OP-Räume.

Zudem weiß ich auch nicht wie das andere so sehen, aber im Altenheim stelle ich mir das auch recht lauschig vor, wenn auf einmal die halbe Einwohnerschaft das Zeitliche segnet, nur weil mal wieder mit der Stromversorgung die Beatmungsgeräte ausfallen...
Das Gegenteil von Allverfügbarkeit ist nicht Nirgendwoverfügbarkeit oder Nicht-immer-überall-Verfügbarkeit. Krankenhäuser und Altenheime sind keine Rechtfertigung für Stenkelfelder Weihnachtszauber.

@Scotty:
Entdecke ich da bei Dir kreationistische Züge? Glaubst Du wirklich, Gott hat die Menschen zeitgleich mit Überlandleitungen und vier-Sterne-Kühlfächern erschaffen und auf die Welt gesetzt, inklusive falscher Erinnerungen an Stangeneis?

Ich bin ein Fan von convenience food. Ich esse praktisch nichts anderes.

Früher habe ich mir meine Pizzen selber gemacht, aus Mehl und Wasser und selbstgeschnetztelten Tomaten und Paprika. Jetzt verbringe ich die Zeit statt in der Küche hier vor dem PC: Tiefkühlpizza verschimmelt nicht und mit einer Fahrt in den Supermarkt kann ich vier Wochen zu Hause durchhalten.

Oder Croquetten: was haben sich da früher die Gourmetköche die Finger gebrochen, um ein paar ömmelige Röllchen hervorzubringen? Dank Bofrost mache ich fünfzig Stück in 12 Minuten und muss dafür nur zweimal kurz runter vom Sofa. Convenience food ist die ideale Ergänzung zur Werbepause.

Und mittags im Büro ist es ähnlich: einmal die Woche zu ALDI, fünf Fertiggerichte in die Tüte und dann brauche ich nur mal kurz rüber in die Teeküche und die Microwelle drei Minuten laufen lassen.

Es gibt nur eines, was ich noch besser finde als Tiefkühlkost: Nutella! Und die geht auch ganz ohne Strom.

Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich stark übergewichtig bin?
Aber ich arbeite daran: ich esse jetzt convenience food von Weight Watchers.
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