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03. Aug 2008, 21:27 Uhr
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#71 (Permalink)
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Member
Registriert seit: Jun 2008
Beiträge: 57
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Zitat:
Zitat von Gaucho
Das erfüllt mich ja mit immerwährendem Staunen, dass es dieses Bedürfnis, in das weiche Bett des Wunderbaren zu fallen, tatsächlich gibt. Aber man muss differenzieren: Dass es das Bedürfnis nach Gläubigkeit gibt, heißt nicht, dass der Glaube wahr ist. Sonst gäbe es keine unterschiedlichen Religionen.
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Wie wird ein Glauben wahr? Glauben ist keine Aussagenlogik die man mit ein paar simplen mathematischen Umformungen analysieren kann. Du wirst keinen Beweis führen können, dass es Gott nicht gibt, doch das es keinen Beweis gibt, ist kein hinreichendes Argument für Nichtexistenz -- zugebenermaßen ist es auch kein Beweis für Existenz. Deshalb nennt man es auch glauben.
Wie man zu Gott steht ist eines jeden ureigenste Entscheidung die es zunächst einmal zu respektieren gilt. Dieser Respekt gilt natürlich auch den Atheisten, Agnostiker -- oder auch den Buddhisten, Juden, Hindu, Moslem oder eben auch dem Christen. Erst wenn wir endlich aufhören den anderen auf Grund seiner anderen Meinung oder Haltung oder seines Glaubens mit billigster Polemik angreifen zu können wird es Ruhe auf diesen Planeten geben.
Von Zeiten in denen andere Geschichtenerzähler regierten, die sogar den Anspruch auf die Unfehlbarkeit einer wissenschaftlichen Weltanschauung erhob, wird folgende Geschichte erzählt. Eines Tages lies der Lehrer einer Schulklasse alle Schüler aufstehen die den Religionsunterricht besuchen und in den Gottesdienst gehen. Als sie standen forderte er sitzende Mehrheit zum Auslachen auf. Ganz nebenbei stand auch in der Verfassung dieses Landes etwas von "Religionsfreiheit" -- doch bezog sich diese Freiheit nur auf die Staatsreligion. Alle anderen waren potentielle Feinde. Im offiziellen Sprachgebrauch: "feindlich negative Kräfte".
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03. Aug 2008, 21:50 Uhr
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#72 (Permalink)
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Senior Member
Registriert seit: Apr 2008
Beiträge: 731
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Es geht gar nicht so sehr um die Frage, ob es (einen) Gott gibt oder nicht. Daran glaubt man oder eben nicht. Es geht um alles, was sich um diese Kernfrage herumrankt und zu Glaubensinhalten geworden ist, über die jeweils eine Priesterkaste die Deutungshoheit beansprucht. Gäbe es nur die Frage "Gott oder kein Gott", würde man keine Bibel und keinen Koran brauchen, es würde nicht zu glauben gefordert werden, dass im Paradies immerwährende Jungfrauen auf die Märtyrer warten, oder dass Maria leibhaftig in den Himmel aufgefahren ist (Dogma! Muss man glauben, wenn man Vereinsmitglied ist).
Um sowas geht es. Und das sind Aussagen, die sehr wohl vom Verstand, der Logik, bewertet werden können. Die Gottesfrage nicht, die hat damit auch rein gar nichts zu tun.
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03. Aug 2008, 21:51 Uhr
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#73 (Permalink)
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Member of W.Hofer_Clan
Registriert seit: Dez 2007
Ort: In der Stadt, die Wissen schafft
Beiträge: 4.429
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Zitat:
Zitat von johannes
Von Zeiten in denen andere Geschichtenerzähler regierten, die sogar den Anspruch auf die Unfehlbarkeit einer wissenschaftlichen Weltanschauung erhob,**
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Diese Zeiten sind seit der Aufklärung in der Wissenschaft vorbei.
Heute erheben nur noch Religionsführer den Anspruch auf Unfehlbarkeit.
__________________
der Wahrheit verpflichtet, der Provokation erlegen
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03. Aug 2008, 22:17 Uhr
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#74 (Permalink)
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Member
Registriert seit: Jun 2008
Beiträge: 57
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Zitat:
Zitat von Gaucho
Es geht gar nicht so sehr um die Frage, ob es (einen) Gott gibt oder nicht. Daran glaubt man oder eben nicht. Es geht um alles, was sich um diese Kernfrage herumrankt und zu Glaubensinhalten geworden ist, über die jeweils eine Priesterkaste die Deutungshoheit beansprucht. Gäbe es nur die Frage "Gott oder kein Gott", würde man keine Bibel und keinen Koran brauchen, es würde nicht zu glauben gefordert werden, dass im Paradies immerwährende Jungfrauen auf die Märtyrer warten, oder dass Maria leibhaftig in den Himmel aufgefahren ist (Dogma! Muss man glauben, wenn man Vereinsmitglied ist).
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Die Frage nach Gott ist die Grundfrage des Ganzen. Ohne Gott sind Bibel oder Koran tatsächlich Märchenbücher. Diese Bücher machen nur einen Sinn wenn man sie als das begreift was sie sind -- Bücher die Erfahrungen der Menschen mit Gott beschreiben. Für jemanden der nicht daran glaubt ist das natürlich grotesk. Die Deutungshoheit über die Auslegung der Schriften liegt schon lange nicht mehr in den Händen einer Kaste. Spätestens seid der Übersetzung in jeweiligen Muttersprachen kann sich jeder sein eigene Meinung bilden -- das kann noch nicht einmal die Glaubenskongretationn verhindern.
Das Thema "Auslegung des Koran" ist in erster Linie eine politische Frage. Wenn Dich das interessieren sollte, kann ich Dir nur das empfehlen:
Amazon.de: Der Aufbruch: Plädoyer für einen aufgeklärten Islam: Irshad Manji
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05. Aug 2008, 19:35 Uhr
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#75 (Permalink)
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Senior Member
Registriert seit: Apr 2007
Ort: Münster
Beiträge: 362
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Wir wissen, dass 1 und 1 2 ist, wir wissen, dass es im Deutschen ein Prädikat im Satz geben muss. Wir wissen aber nicht, ob es einen Urknall gab, noch wissen wir, dass ein Stein auf der Erde immer nach unten fällt.
Alles, was wir wissen, ist das, was wir definiert haben, bei allem anderen, den Naturwissenschaften zum Beispiel, können wir nur glauben. Weder wissen wir, was im nicht sicht- und messbaren Spektrum passiert, noch haben wir eine Ahnung, wie die Vergangenheit aussah. Sicher der Urknall ist eine tolle These, passt aber nur, wenn wir davon ausgehen, dass die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie heute gelten (die wir nicht kennen). In den Naturwissenschaften wie in den Religionen etc. wird es nie ein Wissen geben, hier wird nur geglaubt.
Und zum Thema, jeder kann glauben, was er will. Das kann niemand verbieten, nicht einmal richtig kontrolliert werden kann es.
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05. Aug 2008, 20:38 Uhr
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#76 (Permalink)
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Senior Member
Registriert seit: Jan 2008
Beiträge: 655
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Zitat:
Zitat von Snorre
In den Naturwissenschaften wie in den Religionen etc. wird es nie ein Wissen geben, hier wird nur geglaubt.
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Die Aussage ist zu pauschal. Richtig ist, dass es noch viel zu erforschen gibt, aber ebenso klar dürfte auch sein, dass es klar verifizierte und falsifizierte Sachverhalte gibt, die von niemanden bestritten werden.
Oder meinst Du, Menschen könnten fliegen? 
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05. Aug 2008, 20:52 Uhr
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#77 (Permalink)
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Member of W.Hofer_Clan
Registriert seit: Dez 2007
Ort: In der Stadt, die Wissen schafft
Beiträge: 4.429
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Zitat:
Zitat von Snorre
Wir wissen, dass 1 und 1 2 ist, wir wissen, **
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Wir haben definiert, dass 1+1 = 2 ist
und dass die Summe der Winkel in einem beliebigen Dreieck 180° beträgt.
Es gibt aber auch andere mathematische Modelle, in denen diese Definitionen nicht gelten.
Zitat:
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noch wissen wir, dass ein Stein auf der Erde immer nach unten fällt.
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doch, das kann man beweisen
Zitat:
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Weder wissen wir, was im nicht sicht- und messbaren Spektrum passiert, noch haben wir eine Ahnung, wie die Vergangenheit aussah.
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doch, man kann durch "Geräte", wie Spektralfotometer, das für uns nicht sichtbare Spektrum sichtbar machen, um zu beobachten, was in ihm passiert.
Wenn ich ein messbares Spektrum habe, kann ich die Messungen beeinflussen und den Einfluss auswerten.
Wie die Vergangenheit aussah, ist im Großen und Ganzen bekannt, aber nicht in allen Details, was wir nicht wissen und uns fragen:
1. Was geschah im Urknall?
2. Was ist die dunkle Materie ?
3. Wie entstanden die Strukturen im Universum?
4. Welche physikalische Bedeutung hat die Kosmologische Konstante?
5. Warum ist die kosmische Hintergrundstrahlung isotrop?
6. Wie entwickeln sich Strukturen ganz verschiedener Größe?
7. Wie entstanden die ersten Sterne, Galaxien, schwarzen Löcher, Galaxienhaufen usw. in einem Universum, das durch Dunkle Materie und Dunkle Energie bestimmt wird?
8. Warum ist das Weltall flach?
Zitat:
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Sicher der Urknall ist eine tolle These, passt aber nur, wenn wir davon ausgehen, dass die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie heute gelten (die wir nicht kennen).
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Nach unseren heutigen Kenntnissen herrschten im Urknall andere Gesetzmäßigkeiten, die wir nicht kennen.
Zitat:
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In den Naturwissenschaften wie in den Religionen etc. wird es nie ein Wissen geben, hier wird nur geglaubt.
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In den Naturwissenschaften kann geglaubt werden.
Der Glaube ist aber für die Modelle und Experimente nicht notwendig.
In den Religionen muss geglaubt werden.
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der Wahrheit verpflichtet, der Provokation erlegen
Geändert von Wahnfried44 (05. Aug 2008 um 21:44 Uhr Uhr).
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05. Aug 2008, 22:47 Uhr
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#78 (Permalink)
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Senior Member
Registriert seit: Apr 2008
Beiträge: 731
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Zitat:
Zitat von johannes
Die Frage nach Gott ist die Grundfrage des Ganzen. Ohne Gott sind Bibel oder Koran tatsächlich Märchenbücher. Diese Bücher machen nur einen Sinn wenn man sie als das begreift was sie sind -- Bücher die Erfahrungen der Menschen mit Gott beschreiben.
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Bibel und Koran sind auch mit Gott nur Märchenbücher. Das Märchen fängt an mit dem Satz: Gott sagt...
Niemand weiß, was Gott "sagt". Die Bücher sind Beschreibungen dessen was Menschen glauben, erlebt zu haben, nichts weiter.
Sollte es einen Gott geben, sind für seine Existenz sowohl Koran als auch Bibel völlig bdeutungslos.
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06. Aug 2008, 07:12 Uhr
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#79 (Permalink)
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Humorvampir
Registriert seit: Feb 2007
Ort: München
Beiträge: 3.227
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Zitat:
Zitat von Gaucho
Die Bücher sind Beschreibungen dessen was Menschen glauben, erlebt zu haben, nichts weiter.
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Noch nicht mal das Gaucho, sondern zum Teil auch dessen, wie die Leute von damals gewünscht hätten, das es gelaufen wäre.
Ein guter Einblick dazu bietet das Buch "Keine Posaunen vor Jericho" von Israel Finkelstein und Neil A. Silberman in dem die Geschichte wie sie in der Bibel geschrieben steht mit den archäologischen Fakten in Bezug gebracht wird.
Da bleibt dann von den alten "Helden" der Bibel recht wenig übrig...
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Wenn sich das Universum ausdehnt, warum finde ich dann nie einen Parkplatz?
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06. Aug 2008, 10:16 Uhr
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#80 (Permalink)
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Senior Member
Registriert seit: Apr 2008
Beiträge: 731
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Zitat:
Zitat von Amanda
Noch nicht mal das Gaucho, sondern zum Teil auch dessen, wie die Leute von damals gewünscht hätten, das es gelaufen wäre.
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... oder was sie ihre Zuhörer glauben machen wollten, meist zum Zwecke der Disziplinierung. Man darf ja nicht vergessen, dass in den Jahren der Entstehung der "heiligen Bücher" die Leute noch recht ungeordnete Haufen waren, denen man nur mit der Behauptung einer höheren Macht beikommen konnte. Es hat seinen Grund, dass der Gott des Alten Testaments in erster Linie ein strafender war.
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