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Alt 05. Mär 2008, 09:57 Uhr   #1 (Permalink)
Siran
Don Quixote
 
Benutzerbild von Siran
 
Registriert seit: Feb 2007
Beiträge: 3.483
Standard Deutsche Islamkonferenz

Zu dieser steht heute ein Artikel in der FAZ mit, wie ich finde, interessantem Inhalt.

Viele Vertreter der Muslime waren zwar bereit, sich auf das Grundgesetz im Allgemeinen verpflichten zu lassen, wollten aber Distanz zu den dahinterstehenden Werten und auch zu allerlei konkret daraus erwachsenden Verpflichtungen wahren. Nach Angaben aus dem Innenministerium wird an einer Formel gearbeitet, von der man unverdrossen hofft, dass sich alle auf sie verständigen können.

Vielleicht kann mir jemand erklären, wie das zu interpretieren ist. Die Muslime wollen sich weder zu einigen dahinterstehenden Werten bekennen, noch zu den daraus erwachsenden Verpflichtungen? Was bitte soll dann eine Verpflichtung auf das Grundgesetz? Wenn ich vom Inhalt nur das annehme, was mir genehm ist?

Doch scheint es schon schwer zu sein, sich auf einen Satz zu einigen wie den folgenden: „Integration verändert die Zuwanderer mehr als die Aufnahmegesellschaft.“

So angesichts von Erdogans Rede finde ich das nun weniger verwunderlich. Passt genau in das Gebiet von dessen Forderungen.

Quelle
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Alt 05. Mär 2008, 10:28 Uhr   #2 (Permalink)
Brimborium
Blickdicht
 
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Registriert seit: Jan 2008
Ort: der schöne linke Niederrhein
Beiträge: 2.572
Standard

das Konzept eines "modernen deutschen Islam" werden die muslimischen Hardliner Schäuble als Bremsklotz unter die Räder schieben.

Die Muslime sind eine Minderheit

Die an der Islamkonferenz teilnehmenden muslimischen Verbände repräsentieren nur einen Bruchteil dieser Minderheit.

Sei sprechen wahrscheinlich für weniger als 1% der Bevölkerung.

Diese Art der Beschäftigungstherapie ist nutzlos. Ausschließlich die konservativen islamischen Kräfte an den Verhandlungstisch zu holen, bedeutet den Wolf über die Zukunft der Schafe entscheiden zu lassen.

Wenn es um Regeln zur Integration in Deutschland geht, sollten deutsch Politiker schon klar machen, wer Koch und wer Kellner ist, wie es alle Einwanderungsländer machen.
__________________
Die Geschichte lehrt die Menschen dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.
[i](Mahatma Gandhi - Pazifist und Menschenrechtler, 1869-1948)

Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
(Ingeborg Bachmann - Schriftstellerin, 1926-1973)
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Alt 05. Mär 2008, 10:34 Uhr   #3 (Permalink)
MissMarple
Guest
 
Beiträge: n/a
Standard

Ich kann dazu im Moment überhaupt nichts schreiben.

Ich bin dermaßen rasend vor Wut über die Forderungen der Muslime, die möglicherweise eine angepaßte GG-Änderung zur Folge haben wird, daß ich mich hier im Ton vergreifen könnte!
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Alt 09. Mär 2008, 11:19 Uhr   #4 (Permalink)
houndstooth
Senior Member
 
Benutzerbild von houndstooth
 
Registriert seit: Nov 2007
Beiträge: 400
Standard

Zuerst werden alle Neuankoemmlinge , indiskriminierend , auf's herzlichste willkommen geheissen.

Dann besinnt man sich spaeter darauf ob sie ueberhaupt gewillt sind , sich nach den vorhandenen Spielregeln zu richten.

"Ahhm, schon , ahmm eigentlich , nee , eigentlich nich"

Mir scheint es , als ob man das Tor zumachen will nachdem die Pferde schon laengst rausgestuermt sind....

Ach ja, irgendwann wird es vielleicht einsinken , dass Muslims NIE philosophische Prinzipien von Dhimmis adoptieren werden.NIE !

Welcher Teil von 'NIE' ist schwer zu verstehen?
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Alt 09. Mär 2008, 12:26 Uhr   #5 (Permalink)
Scotty
Hup Oranje!
 
Benutzerbild von Scotty
 
Registriert seit: Feb 2007
Ort: München
Beiträge: 1.649
Standard

Eine Änderung der Gesetze ist in meinen Augen eher unnötig. Wichtiger wäre der konsequente Gebrauch der vorhandenen Gesetze.
Wenn jemand "Scheiß Musel" schreit, kriegt er zu recht einen auf den Deckel. Wenn ein anderer "Scheiß Deutscher " schreit, kriegt er eben auch einen auf den Deckel.
Und wenn jemand eine Frau umbringt, weil sie nicht mehr sich unterdrücken lassen will, dann muß er weggesperrt werden.
Die Berufung auf Kultur und "Ehre" darf nicht als mildernd in das Urteil einfließen.
__________________
Ignorierliste
Ab jetzt sind auf meiner Liste alle guten Dinge Drei.

Member IG Whisk(e)y

Geändert von Scotty (09. Mär 2008 um 12:32 Uhr Uhr).
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Alt 09. Mär 2008, 12:55 Uhr   #6 (Permalink)
Chester
rm -rf /
 
Benutzerbild von Chester
 
Registriert seit: Feb 2007
Ort: Langen
Beiträge: 543
Standard

Zitat:
Zitat von MissMarple Beitrag anzeigen
Ich bin dermaßen rasend vor Wut über die Forderungen der Muslime, die möglicherweise eine angepaßte GG-Änderung zur Folge haben wird, daß ich mich hier im Ton vergreifen könnte!
Welche GG-Änderung soll das sein?

mfg,

Chester
__________________
sudo apt-get remove --purge stress && sudo apt-get install hakuna-matata
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Alt 14. Mär 2008, 11:58 Uhr   #7 (Permalink)
Ximus
Chuzpe
 
Benutzerbild von Ximus
 
Registriert seit: Jul 2007
Ort: In einem wunderschönen Freistaat.
Beiträge: 3.437
Standard

Necla Kelek spricht über das Verständnis von Islam und Demokratie des "Koordinierungsrates der Muslime".

Zitat:
Navid Kermani hat im vergangenen Mai die deutschen Muslime aufgerufen, sich eine demokratisch legitimierte Vertretung zu schaffen. Doch hat der Koordinierungsrat, der eine Minderheit vertritt, bisher nichts getan, sich mit uns, den Säkularen, der unorganisierten Mehrheit, zu verständigen. Warum sagen uns die Islamverbände nicht einfach, was wir schon immer wussten: Sie lehnen letztlich die Werteordnung Deutschlands ab. Dieser endlose Streit über Selbstverständliches hat auch sein Gutes. Wir wollen weitermachen, und wir können uns nicht von den Ewiggestrigen aufhalten lassen. Ich möchte darum einige Punkte zur Diskussion stellen:
Zitat:
1.Die Deutsche Islamkonferenz sollte sich ein öffentliches Forum im Internet geben, damit die Unterschiede zwischen Religiösen und Säkularen öffentlich diskutiert werden können.

2.Das Resümee der Konferenz sollte ins Türkische übersetzt werden, damit die Debatte auch in die türkischen Gemeinden getragen wird.

3.Wir brauchen die intellektuelle Debatte über einen säkularen Islam und die Probleme der Muslime in Deutschland. Lassen Sie uns diese Auseinandersetzung öffentlich führen.

4.Die wissenschaftlich rationale Auseinandersetzung und Forschung mit und über den Islam aus theologischer und religionssoziologischer Sicht sollte gefördert werden, damit der Islam aus der intellektuellen „Versiegelung“ befreit wird.

5.Lassen Sie uns eine Kampagne für die Rechte der muslimischen Frauen und Mädchen initiieren, die junge Frauen darüber aufklärt, dass es nicht im Sinn der Integration und eines säkularen Islam ist, junge Menschen nicht selbst entscheiden zu lassen, ob, wann und wen sie heiraten.

6.Lassen Sie uns unsere Kinder zu selbständigen und selbstverantwortlichen Bürgern erziehen. Klären wir sie über die Religionen auf, doktrinieren sie aber nicht in Koranschulen.

7.Wir brauchen die finanzielle und organisatorische Unabhängigkeit der deutschen Muslime.

8.Die in Deutschland aktiven muslimischen Verbände sollten über eine freiwillige Prüfung ihrer Organisations- und Finanzverhältnisse durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nachdenken.

9.Ich fordere die Islamverbände und auch die Säkularen auf, die einmalige historische Chance nicht zu verspielen, auf dieser Konferenz, im öffentlichen Diskurs, den Islam mit der Moderne und der Demokratie zu versöhnen.
Debatten - Feuilleton - FAZ.NET - Islamkonferenz: Sie wollen ein anderes Deutschland
__________________
"Der Staat ist an einem Punkt angelangt, von dem aus er nur noch kleiner werden darf." Dirk Friedrich.
Ximus ist offline   Mit Zitat antworten Direkt antworten
Alt 14. Mär 2008, 13:31 Uhr   #8 (Permalink)
susenn
Senior Member
 
Benutzerbild von susenn
 
Registriert seit: Dez 2007
Ort: im sonnigen Südwesten
Beiträge: 1.192
Standard

Necla Kelek sagt auch:

" Für uns ist Deutschland das Land, das unseren Kindern zur Heimat geworden ist und in dem wir friedlich und in Freiheit leben.

....weil dieses Land uns allen gestattet und ermöglicht, aus freien Stücken und ohne Bevormundung zu werden, was wir wollen.

......wir wollen nicht auf eine muslimische Identität reduziert werden, sondern an den Werten Deutschlands teilhaben.


... es beschämt uns, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder und Andersgläubige ein islamisches Problem ist."

Quelle: Frankfurter Allgemeine

Bezogen auf die Arbeit der Islamkonferenz:

Es gebe noch sehr, sehr viel zu tun.

Die Islamkonferenz gibt es seit Herbst 2006, da darf man sicher keine Wunder erwarten.

Auf der einen Seite die Betonköpfe, aber auf der anderen Seite Menschen wie Frau Kelek - das macht Hoffnung.
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