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Alt 25. Feb 2008, 16:22 Uhr   #1 (Permalink)
DREICH
querulantwingære
 
Benutzerbild von DREICH
 
Registriert seit: Dez 2007
Ort: Alaska
Beiträge: 1.480
Standard musik zeit und intelligenz

1.
" as slow as possible "
oder
639 jahre


" Die Tempovorschrift „as slow as possible“ von John Cages Orgelstück Organ 2/ASLSP, stellt diese Frage......

1985 entstand ASLSP in einer Fassung für Klavier, 1987 bearbeitete John Cage das Stück auf Anregung des Organisten Gerd Zacher für Orgel. 1997, 10 Jahre danach, auf einem Orgelsymposium in Trossingen, wird die Frage gestellt, wie ist „as slow as possible“ zu begreifen und wie ist das Stück aufzuführen. Organisten, Musikwissenschaftler, Orgelbauer, Theologen und Philosophen sprechen über die spieltechnischen, ästhetischen und philosophischen Aspekte die dem Titel und dem Stück gerecht werden. Die Frage der Realisierung des Werkes führt zu dem Ergebnis, dass man „as slow as possible“ potentiell unendlich denken und spielen kann – zumindest so lange, wie die Lebensdauer einer Orgel ist und so lange, wie es Frieden und Kreativität in künftigen Generationen gibt. Aus dieser spieltechnischen und ästhetischen Frage entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Projekt, das inzwischen weltweites Aufsehen erregt hat. Warum in Halberstadt? Im Jahr 1361 wird in Halberstadt die erste Großorgel der Welt, eine Blockwerksorgel, gebaut. Diese Orgel stand im Dom und hatte zum ersten Mal eine (12-tönige) Klaviatur. Noch heute wird das Schema dieser Klaviatur auf unseren Tasteninstrumenten gebraucht. Die Wiege der modernen Musik stand damit in Halberstadt. Im Jahr 2000, 639 Jahre sind seit dem „fatalen Tag von Halberstadt“ (Harry Partch) vergangen, 639 Jahre soll das Stück von Cage „so langsam wie möglich“ aufgeführt werden. Ort ist die Burchardikirche, eine der ältesten Kirchen der Stadt. Um 1050 von Burchard von Nahburg gebaut, diente sie über 600 Jahre als Zisterzienserkloster. Im 30-jährigen Krieg wurde sie teilweise zerstört, 1711 wieder aufgebaut und 1810 von Jérome säkularisiert. 190 Jahre war die Kirche, Scheune, Lagerschuppen, Schnapsbrennerei und Schweinestall. Von Johann-Peter Hinz wird die romanische Kirche für dieses außergewöhnliche Vorhaben, das die Faszination vieler Menschen in der Welt weckt, neu entdeckt. Mit Unterstützung der Stadt Halberstadt und der Hilfe privater Hände wird Burchardi gereinigt, durch ein neues Dach vor Regen geschützt, Fenster werden eingesetzt und die Kirche in der Substanz soweit gesichert, dass ein Blasebalg nach dem Vorbild der ersten Faber-Orgel gebaut werden konnte. Heute, in unserer Zeit, hören wir den ersten Dreiklang aus sechs Orgelpfeifen in einer kleinen Orgel, die während der Aufführung wächst: „as slow as possible“. Angesichts unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Vorhaben eine Form der versuchten Entschleunigung, der „Entdeckung der Langsamkeit“ und das Pflanzen eines „musikalischen Apfelbäumchens“ verstanden als Symbol des Vertrauens in die Zukunft.

Die Cage-Orgel wird entworfen und gebaut von dem Kevelaerer Orgelbauer Romanus F. Seifert & Sohn mit der Unterstützung der Firma Reinhard Hüfken-Orgelbau aus Halberstadt."
(gekürzt)
john-cage.halberstadt.de



__________________
.

GLAUBEN SIE DAS

der oben stehende text wurde mit " Dragon Naturally Speaking "
erstellt. sollte er fehler oder gar irgendwelchen unfug enthalten, wenden sie sich bitte an die
Nuance Communications Germany GmbH.
den armen herrn DREICH trifft dafür keinerlei schuld, wirklich wahr
.




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