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Alt 24. Apr 2008, 20:12 Uhr   #1 (Permalink)
Team
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Beiträge: 874
Standard Feminismusdebatte: "Viel zu optimistisch"

Die nach wie vor fehlende Gleichberechtigung im öffentlichen Leben bringt junge Autorinnen auf die Palme. Im tagesschau-Chat erklären Jana Hensel und Elisabeth Raether, dass sich Frauen nicht noch weiter emanzipieren müssen - die Gesellschaft brauche neue Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit.

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Alt 28. Apr 2008, 16:15 Uhr   #2 (Permalink)
Ximus
Chuzpe
 
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Ort: In einem wunderschönen Freistaat.
Beiträge: 3.454
Standard

Zitat:
"In den Chefetagen sitzen noch immer Männer, Frauen verdienen weniger als Männer, sie haben diskontinuierliche Erwerbsbiographien, Stichwort Altersarmut, Medien werden von Männern gemacht. Wer angesichts dieser Realität von einer Gleichberechtigung spricht, ignoriert die Wirklichkeit", betonte die 31-jährige in der DDR aufgewachsene Schriftstellerin.
Feminismusdebatte: "Viel zu optimistisch" | tagesschau.de

Die Wirklichkeit ignorieren sie selbst.

Zitat:
Obwohl die weibliche Hälfte der Bevölkerung noch nie so gut ausgebildet war wie heute, obwohl es zahlreiche staatliche und betriebliche Förderprogramme für sie gibt, nimmt ihr Prozentsatz im höheren Management mittlerweile ebenso wenig zu wie in vielen Berufen, die als typisch männlich gelten.

Doch haben nicht Politiker und Medien den Frauen eingehämmert, sie müssten mindestens 50 Prozent aller Jobs, auf allen Berufsfeldern und Hierarchiestufen, besetzen? Warum entzieht sich die Damenwelt immer noch der angeblich höchsten Bürgerinnenpflicht: Mädchen, mach Karriere? Viele Sachwalterinnen der Emanzipation wittern Diskriminierung: Männer verbündeten sich, so ihr Vorwurf, gegen den weiblichen Durchmarsch. Konkrete Belege dafür gibt es wenige, doch das spornt Gleichstellungsbeauftragte und die akademische „Gender-Forschung“ nur umso mehr an, nach noch unentdeckten Frauen-benachteiligungen zu fahnden.
Geschlechter: Sie könnten, doch sie wollen nicht - GESCHLECHTER - FOCUS Online

Wo, ja, wo ist die Diskriminierung?
__________________
"Der Staat ist an einem Punkt angelangt, von dem aus er nur noch kleiner werden darf." Dirk Friedrich.
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Alt 29. Apr 2008, 07:07 Uhr   #3 (Permalink)
Amanda
Humorvampir
 
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Registriert seit: Feb 2007
Ort: München
Beiträge: 3.275
Standard

Zitat:
Warum entzieht sich die Damenwelt immer noch der angeblich höchsten Bürgerinnenpflicht: Mädchen, mach Karriere?
Weil immer noch für zu viele Frauen die Karriere an den Windeln scheitert. Spätestens dann ist es nämlich vorbei.

Oder kennt jemand von euch, der eine Managerin beschäfftigt, die nur halbtags tätig ist, weil sie in der restlichen Zeit ihr Kind hütet?

Zitat:
nimmt ihr Prozentsatz im höheren Management mittlerweile ebenso wenig zu wie in vielen Berufen, die als typisch männlich gelten.
Vielleicht auch deshalb, weil Frau die unsäglich dämlichen Kommentare der Unwelt irgendwann nicht mehr hören kann.
Einige davon sind ja auch hier wunderschön zu lesen, ebenfalls der Lebensentwurf, der für Frauen immer noch verbindlich sein sollte...
__________________
Wenn sich das Universum ausdehnt, warum finde ich dann nie einen Parkplatz?
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Alt 29. Apr 2008, 07:41 Uhr   #4 (Permalink)
susenn
Senior Member
 
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Ort: im sonnigen Südwesten
Beiträge: 1.194
Standard

die Diskriminierung liegt bereits in der Fragestellung (o.Zitat).
Sucht Frau nach Möglichkeiten Partnerschaft, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen, wirft MANN ihr sofort Karrieregeilheit vor.
Passiert Männern nie.
Denn Amanda hat recht, spätestens wenn Nachwuchs ankommt, heißt es zurück ins alte Rollenmodell.
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Alt 29. Apr 2008, 08:09 Uhr   #5 (Permalink)
senchi
Sehender
 
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Beiträge: 1.795
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Zitat:
Zitat von susenn Beitrag anzeigen
die Diskriminierung liegt bereits in der Fragestellung (o.Zitat).
Sucht Frau nach Möglichkeiten Partnerschaft, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen, wirft MANN ihr sofort Karrieregeilheit vor.
Passiert Männern nie.
Denn Amanda hat recht, spätestens wenn Nachwuchs ankommt, heißt es zurück ins alte Rollenmodell.
Quatsch. Ihr scheint ja noch hinter dem Mond zu leben. Auch Männer können Windeln wechseln und sich mit der Frau ablösen. Das von Euch herauf beschworene Klischee ist uralt und wird gern als Entschuldigung benutzt.
__________________
Links oder Rechts zu sein, ist ein Zeichen einer halbseitigen politischen und geistigen
Lähmung.
(Ortega Y Gasset)
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Alt 29. Apr 2008, 08:26 Uhr   #6 (Permalink)
harraps
mit Bergabfahrhilfe....
 
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Registriert seit: Feb 2007
Ort: Nass. Windig. Flach.
Beiträge: 443
Standard

Nach weit über 10 Jahren als Bauleiterin international "on site" und als Kalkulatorin / technische Bearbeiterin von sehr speziellen Bauprojekten im In- und Ausland:

Anrufende Kunden sind der Meinung, dass sie einer weiblichen Stimme ihre Probleme lieber nicht anvertrauen, sondern lieber warten, bis der Chef wieder aus dem Urlaub zurück ist. Seltsam, war doch so dringend?
Männliche Kollegen hingegen werden sofort zum Ortstermin eingeladen.
Glücklicherweise war mein erster Chef jemand, der diese Spielchen nicht mitgemacht hat sondern denen die Meinung gesagt hat.
Trotzdem muss ich jedem Kunden und Ingenieurbüro einzeln beweisen, dass ich es draufhabe. Die Dankbarkeit der Doktoranden, die erfolgreich Wissen abgegraben haben, hielt sich auch sehr in Grenzen. Wenn man Grafiken und Auswertungen spendiert, wäre es nett, wie die anderen Herren auch, im Anhang genannt zu werden. Aber ich weiss ja, von wem es kommt.

Männliche Kollegen bekommen nach spätestens 3 Jahren die ersten Anrufe von Headhuntern - will ich einen neuen Job, muss ich mich selbst drum kümmern. Erstaunlicherweise könnte ich jeden Job bekommen, 5 von 5 Bewerbungen sind erfolgreich. So dumm oder unfähig bin ich dann wohl doch nicht.

Männliche Kollegen, die sich die Mühe machen, Besuchergruppen auf Grossbaustellen herumzuführen und zu erläutern, was da eigentlich so passiert, werden im Exkursionsbericht erwähnt: "Vielen Dank auch dem Bauleiter, Herr XY, für die ausgezeichnete Betreuung". Bei mir steht regelmässig: "Eine Mitarbeiterin der Fa. X, Frau Y, führte uns über die Baustelle und erläuterte...". Danke, Jungs. Ich bin der Boss da draussen, und ich spende euch auch bloss meine paar Stunden Freizeit. Aber kein Problem.

Männliche Kollegen müssen nur begehrlich auf Seminare, Vortragsmöglichkeiten, Fortbildungen, Messen und ähnliches schielen. Mir wird bedeutet: Ach, da gehen doch schon Herr A, Herr B und Herr C hin. Das geht jetzt nicht mehr. Schlage ich selbst was vor, werden Herr A, Herr B und Herr C hingeschickt.
Kein Problem, dann nehme ich mir Urlaub und bezahle selbst und fahre trotzdem.

Mache ich mir die Mühe, ein störrisches neues Messgerät unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern, und schreibe einen detaillierten Bericht darüber, werde ich ausgelacht "Ach, Frau X, lassen Sie mal..." Ein männlicher Kollege wird für dieselbe Aktion hoch gelobt und den höheren Etagen vorgestellt. Ist recht.

Ich bekomme Vorwürfe vom Boss, dass ich mich gegenüber Mitarbeitern und Kollegen "schlecht" benehmen würde. Details konnte er leider keine nennen.
Bei Nachfrage bei diversen Kollegen und Mitarbeitern wird das verneint, hingegen wird dann viel über die Eitelkeit, Unkooperativität und Arroganz der männlichen Bauleiter geklagt. Selbige Kollegen werden vom Boss hoch gelobt.
Ja, was denn nun? Ich kann mich über die Loyalität "meiner Jungs" nicht beschweren, sofern sie einmal erarbeitet ist.

Männliche Kollegen, die im Streit mit einem Geschäftspartner eine erfolgreiche Baustelle ruinieren und die dauernd wegen technischer Probleme um Hilfe rufen, sind hoch angesehen und werden befördert.
Auf meinen Grossbaustellen herrscht im Allgemeinen ein ruhiges, kooperatives Arbeitsklima , was sich im technischen und oft wirtschaftlichen Erfolg äussert.
Lob? Beförderung?? Ja, wenn ich mir selbst einen anderen Job suche.

Wenn ich dann gehe, ist das "überraschend" und "nicht nachvollziehbar", wird aber ohne Gegenwehr hingenommen.
Aus dem Arbeitszeugnis ergibt sich dann, das ich wohl doch ein guter Mitarbeiter war. Danke, ist aber dann ein bisschen spät.

Noch mehr?

Nichtbeachtung und Unterschätzung hat aber auch Vorteile:
Die Herren sind so sehr mit sich selbst und ihren firmeninternen Machtkämpfen beschäftigt, dass man oft in Ruhe seinen Job machen kann und sich ebenfalls unauffällig nach was Besserem umsehen kann. Karriere macht man leichter, wenn man bereit ist, mal den AG zu wechseln. Erweitert auch den Horizont.
Mittlerweile bin ich bei einem AG und in einer Position gelandet, nach der sich alle meine Ex-Kollegen die Finger lecken.
Tja, Pech gehabt, Jungs. Nicht eifersüchtig sein, sondern einfach mal über den Tellerrand gucken.

EDIT
Ach so, ja:
Die zwei Herren, denen ich im Lauf der Zeit mal mein Herz geschenkt hatte, fanden meinen Job zu anstrengend.
Beide haben auf einer ihrer zahlreichen Dienstreisen eine Alternative gefunden, die ihnen besser passte:
Der eine kam mit einer Kollegin zurück, die überwiegend im Büro arbeitete.
Der andere mit seiner Sekretärin.
Das soll mir jetzt was sagen?
__________________
"Ausserirdische! Im Gefrierschrank!"
"Auf meinem kargen Planeten willkommen ihr seid, Fremde. Fünfzig Hektar Sumpfland kaufen ihr wollt?"
"Mit Waffen wie diesen hier Helden gerüstet sein sollten. So preiswert sie sonst abgeben ich nicht würde, aber im Sonderangebot heute sie sind." =(~~~~~

Geändert von harraps (29. Apr 2008 um 08:31 Uhr Uhr).
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Alt 29. Apr 2008, 08:44 Uhr   #7 (Permalink)
Wahnfried44
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Zitat:
Zitat von Amanda Beitrag anzeigen
Weil immer noch für zu viele Frauen die Karriere an den Windeln scheitert. Spätestens dann ist es nämlich vorbei.

Oder kennt jemand von euch, der eine Managerin beschäftigt, die nur halbtags tätig ist, weil sie in der restlichen Zeit ihr Kind hütet?
Wir hatten sehr viel Glück. Meine Frau nahm Nr.1 einfach mit ins Institut, in ihr Arbeits/Laborzimmer - ohne den Chef zu fragen - und setzte den Nachwuchs in den Klapplaufstall. Allerdings konnte sie auch abends oder des Nachts arbeiten.


Zitat:
Zitat von senchi Beitrag anzeigen
Quatsch. Ihr scheint ja noch hinter dem Mond zu leben. Auch Männer können Windeln wechseln und sich mit der Frau ablösen.
Selbstverständlich habe ich nicht nur eingekauft, sondern auch den Nachwuchs behütet mit Essen und Windeln wechseln, typisch 68er halt.
__________________
der Wahrheit verpflichtet, der Provokation erlegen
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Alt 29. Apr 2008, 08:50 Uhr   #8 (Permalink)
senchi
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Zitat:
Zitat von harraps Beitrag anzeigen
Ach so, ja:
Die zwei Herren, denen ich im Lauf der Zeit mal mein Herz geschenkt hatte, fanden meinen Job zu anstrengend.
Beide haben auf einer ihrer zahlreichen Dienstreisen eine Alternative gefunden, die ihnen besser passte:
Der eine kam mit einer Kollegin zurück, die überwiegend im Büro arbeitete.
Der andere mit seiner Sekretärin.
Das soll mir jetzt was sagen?
Besser ich antworte darauf nicht oder versuche es mal diplomatisch, dass es ja irgend eine Ursache zu geben scheint.

Mal im Ernst. Du scheinst eine taffere Frau zu sein und die Blindgänger waren eben die Falschen. Passiert übrigens Männern auch. Meiner ersten Frau passte es nicht, dass ich als Selbständiger immer dann unterwegs war, wenn der Normalo zu Hause beim Rasenmähen war. Das Geld gab sie dann allerdings gern mit aus. Bei soviel divergierenden Ansichten haben wir dann nach 17 Jahren beschlossen, das Leben nach dem jeweils eigenen Gusto zu gestalten.

Die übrigen Details Deines Berufslebens als Frau in Führungsposition sind irgendwie witzig aber gehören wahrscheinlich eher der Vergangenheit an. Habe inzwischen sehr kompetente und anerkannte Managerinnen kennengelernt, deren Position Niemand mehr in Frage stellt.

Zitat:
Zitat von Wahnfried44 Beitrag anzeigen
Selbstverständlich habe ich nicht nur eingekauft, sondern auch den Nachwuchs behütet mit Essen und Windeln wechseln, typisch 68er halt.
Ich auch, wenn auch als typischer Nicht 68er.
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Geändert von senchi (29. Apr 2008 um 08:50 Uhr Uhr). Grund: Doppelpost zusammengeführt
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Alt 29. Apr 2008, 09:05 Uhr   #9 (Permalink)
Wahnfried44
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Zitat:
Zitat von senchi Beitrag anzeigen
Ich auch, wenn auch als typischer Nicht 68er.
Was ist bei dem Idealismus schon ein typsicher 68er?
Die umwälzenden Veränderungen waren:

- besuchen bisher völlig unkannter Bereiche im Supermarkt
- optimieren von guten Angeboten und ökologischen Produkten
- selber basten von Laufstall und Stühlen
- auswerten der Kleinanzeigen (Kinderwagen, Karre, Lego, Kleidung)
- völlig andere, banale Gesprächsthemen
- weniger Unternehmungen mit Freunden (Doko-Abende fielen aus)
- Ansturm der Großmütter, der abgewehrt werden musste

- es war mir gelungen in einer Apotheke eine Babywaage auszuleihen
__________________
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Alt 29. Apr 2008, 09:09 Uhr   #10 (Permalink)
senchi
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Zitat:
Zitat von Wahnfried44 Beitrag anzeigen
- es war mir gelungen in einer Apotheke eine Babywaage auszuleihen
Cool. Ich hab eine gekauft. Bei drei Kindern war das auch eine sinnvolle Investition.
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