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Umfrageergebnis anzeigen: Soll die Türkei Mitglied der EU werden ?
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Nein, weil...
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Vielleicht, wenn...
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02. Feb 2008, 15:50 Uhr
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#351 (Permalink)
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Kämpft um Bobo
Registriert seit: Mär 2007
Ort: Deutschland
Beiträge: 201
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Zitat:
Zitat von Manfred_g
Da bin ich eigentlich anderer Ansicht. Empfindest Du das Kriterium der reinen geographischen Lage eines Staates denn nicht als marginal, wenn "der Rest stimmt" ? Man denke doch nur an die Kolonien, die Frankreich bzw. England immer noch haben oder an Grönland, daß von der kontinentalen Zuordnung her auch rein definitionsbestimmt ist. Europa, Nordamerika oder autonom? Oder Hawaii als Bundesstaat (!) der USA
Lieber sollten wir über einen andern Namen nachdenken, als das Kriterium der "starren Grenze" anzutun. Ich bestreite allerdings nicht, daß mit Staaten ausserhalb Europas Probleme einher gehen könnten, die mittelbar mit deren geographischer Lage zu tun haben (weite Handelswege, fremdartige Mentalität) - aber eben nicht unmittelbar.
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Hallo Manfred,
nein, ehrlich gesagt empfinde ich das Kriterium der geographischen Lage eines Staates keineswegs als marginal, wenn der Rest stimmt. Die Überseegebiete, z.B. Französisch-Guayana, die einige euorpäische Staaten (vor allem Frankreich und England) haben, wären m.E. niemals Bestandteil der EU, wären sie nicht aus historischen Gründen ein Anhängsel eines EU-Mitgliedstaates.
Grönland ist übrigens nicht Teil der EU, auch wenn es außenpolitisch stets von Dänemark vertreten wird. Was die USA für Bundesstaaten haben, ist m.E. alleinige Sache der USA und der Staaten, die Bundestaaten werden wollen oder sollen. Die legen ihre Prinzipien fest, ich meine. Meiner persönlichen - und eher unmaßgeblichen - Meinung nach ist das geographische Prinzip in der EU unerläßlich.
Grüße
John
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"To my loyal butler, 'You There', for his decades of service, I leave a pittance -
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02. Feb 2008, 16:06 Uhr
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#352 (Permalink)
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Kämpft um Bobo
Registriert seit: Mär 2007
Ort: Deutschland
Beiträge: 201
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Zitat:
Zitat von Alevi_Playa
Ich denke Europa besteht nicht nur aus der geographischen Komponente. Kleinasien war stets ein Bestandteil der europäischen Geschichte, vielleicht gar die Wiege Europas. M.E. ist dies ein zu vernachlässigender Grund. Natürlich heißt das nicht - aber so wurde auch hier im Strang schon argumentiert - dass jetzt Kasachstan Turkmenistan etc. auch aufgenommen werden sollten.
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Sicher, Europa besteht auch einem gemeinsamen europäischen Erbe. Kleinasien war m.E. lange Zeit - und zwar bis das byzantinische Reich vernichtet wurde - Teil der europäischen Geschichte (man denke allein an die Paulusbriefe an die Epheser, die Kolosser oder die Galater). Lange Zeit waren die Küsten Kleinasiens eben europäische kolonisiert. Das waren Teile Afrikas, Indien, Australien, Neuseeland und Kanada auch. Trotzdem wären diese Gebiete bzw. Staaten m.E. keine Kandidaten für die EU.
Für wesentlich halte ich die Feststellung und Erkenntnis, daß das auch nicht mit etwaiger Sympathie oder Antipathie zu tun hat: Nicht jeder Staat, der einem sympathisch ist, muß mitglied in derselben politischen Gruppierung und Gemeinschaft sein.
Grüße
John
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02. Feb 2008, 17:33 Uhr
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#353 (Permalink)
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Guest
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Zitat:
Zitat von John Donne
Meiner persönlichen - und eher unmaßgeblichen - Meinung nach ist das geographische Prinzip in der EU unerläßlich...
...Was die USA für Bundesstaaten haben, ist m.E. alleinige Sache der USA und der Staaten, die Bundestaaten werden wollen oder sollen. Die legen ihre Prinzipien fest, ich meine.
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Das zweifelsohne, aber mich würde schon interessieren, woher Du dieses Prinzip ableitest. Wie ich Dich kenne, hast Du meist tiefergründige Überlegungen als nur Gefühle, um Deine Prinzipien zu begründen (obwohl auch das legitim wäre).
Das Beispiel mit den USA sollte nur darlegen, daß es offenbar einigermaßen gut funktionieren kann und die kontinentale Zugehörigkeit kein zwingendes Argument sein muß. Aber wirklich nachvollziehen kann ich Deine Meinung (die sicher nicht weniger bedeutend ist als meine) im Moment noch nicht.
Geht es Dir um eine scharfe Abgrenzung des Kulturraumes?
Natürlich wäre es für solche Diskussionen auch nützlich, zu wissen, wie man sich jeweils die Zukunft der EU vorstellt. Wer den Bundesstaat sieht, kann zu andern Schlüssen kommen, als der, der die EU als Staatenbund haben möchte.
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02. Feb 2008, 18:05 Uhr
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#354 (Permalink)
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Don Quixote
Registriert seit: Feb 2007
Beiträge: 3.483
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Wenn es vollkommen egal ist, wo auf der Welt die Staaten sind, dann könnten wir auch Kanada, die USA und Australien aufnehmen. Alle haben noch eine weit stärkere Vernetzung mit Europa...
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02. Feb 2008, 18:30 Uhr
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#355 (Permalink)
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SCHLEMMER!!!!
Registriert seit: Mär 2007
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.173
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Zitat:
Zitat von Siran
Wenn es vollkommen egal ist, wo auf der Welt die Staaten sind, dann könnten wir auch Kanada, die USA und Australien aufnehmen. Alle haben noch eine weit stärkere Vernetzung mit Europa...
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Das so weit ich weiß von geographischer Lage in den EU-Verträgen bzw. Beitrittsbedingungen nicht die Rede ist (ich lass mich gerne eines Besseren belehren) könnten wir das tun. Aber die wären ja schön blöd wenn sie das machen würden!
__________________
“Religion is an insult to human dignity. With or without it, you’d have good people doing good things and evil people doing bad things, but for good people to do bad things, it takes religion.”
Steven Weinberg, Nobel Laureate in physics.
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02. Feb 2008, 20:09 Uhr
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#356 (Permalink)
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Kämpft um Bobo
Registriert seit: Mär 2007
Ort: Deutschland
Beiträge: 201
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Zitat:
Zitat von Manfred_g
Das zweifelsohne, aber mich würde schon interessieren, woher Du dieses Prinzip ableitest. Wie ich Dich kenne, hast Du meist tiefergründige Überlegungen als nur Gefühle, um Deine Prinzipien zu begründen (obwohl auch das legitim wäre).
Das Beispiel mit den USA sollte nur darlegen, daß es offenbar einigermaßen gut funktionieren kann und die kontinentale Zugehörigkeit kein zwingendes Argument sein muß. Aber wirklich nachvollziehen kann ich Deine Meinung (die sicher nicht weniger bedeutend ist als meine) im Moment noch nicht.
Geht es Dir um eine scharfe Abgrenzung des Kulturraumes?
Natürlich wäre es für solche Diskussionen auch nützlich, zu wissen, wie man sich jeweils die Zukunft der EU vorstellt. Wer den Bundesstaat sieht, kann zu andern Schlüssen kommen, als der, der die EU als Staatenbund haben möchte.
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Daß Hawaii zu den USA gehört, liegt m.E. daran, daß die USA es Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund strategischer Wichtigkeit besetzt hatten (noch heute ist das Hauptquartier des United States Pacific Command - und das ist groß! - auf Hawaii). Dies durchaus gegen den Willen der damaligen Bevölkerung. Erst als die eingewanderten US-Amerikaner (und Asiaten) die Bevölkerungsmehrheit stellten, wurde Hawaii Ende der 50er Jahre Jahre zu einem US-Bundesstaat. Ich werfe das den USA keineswegs vor, meine aber, daß Europa derartige Methoden keineswegs zur Verfügung stehen und die Besetzung fremden Territoriums heutzutage grundsätzlich anders gesehen wird. Insbesondere sicher dann, wenn sie von den ehemaligen Kolonien haltenden Staaten praktiziert würde.
Ich zumindest habe die EU neben einer wirtschaftlichen immer als Wertegemeinschaft verstanden, wobei die Werte eben durch das gemeinsame europäische Erbe definiert werden. Dieses Erbe hat die Türkei m.E. in ganz überwiegendem Maße nicht. Staaten wie Austalien oder Neuseeland haben m.E. schon in höherem Maße. Sie haben aber gerade in den letzten 50 Jahren zu einer ganz eigenen, pazifischen Identität gefunden, wobei es ihrem Selbstverständnis als Nation durchaus guttut, sich keineswegs nur noch als Anhängsel eines europäischen Mutterlandes zu verstehen. Als Mitglied des Commonwealth hat die EU über England ohnehin noch starke Verbindungen zu zahlreichen anderen Staaten.
Ich halte das Territorialprinzip in der EU auch deshalb für wesentlich, weil man sich bei einem Staatenbund (ein solcher ist die EU m.E eher als ein Bundesstaat) auf gewisse Ziele einigen muß. Eine Weltgemeinschaft haben wir bereits. Mit den zahlreichen Nicht-EU-Staaten auf europäischem Boden und selbst etlichen neuen EU-Staaten wird die EU auf Jahrzehnte beschäftigt sein.
Grüße
John
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