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Alt 23. Aug 2008, 16:35 Uhr   #61 (Permalink)
Meister Brubbel
Cheeseboiger!
 
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Zitat:
Zitat von Apollon7 Beitrag anzeigen
Insgesamt sehr treffend. Auch wenn es OT ist, dieser Satz ist wirklich kennzeichnend: »In Hamburg, da hat sich das liberale Bürgertum mit den aufmüpfigen Söhnen und Töchtern versöhnt.«
ja, nur so lässt sich dort schwarz-grün erklären. besondere lokale gegebenheiten.
__________________
Stell’ Dir vor es geht und keiner kriegt’s hin
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Alt 25. Aug 2008, 14:30 Uhr   #62 (Permalink)
realGODlike
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Beiträge: 856
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Zitat:
Zitat von Apollon7 Beitrag anzeigen
Nicht nur wegen bestimmten Themen, auch wegen bedeutenden Persönlichkeiten treten Leute einer Partei bei. Mißfelder (der mit den Hüftgelenken) meinte mal in einem Interview, er sei wegen Kohl zur Jungen Union gegangen — bei den Sozialdemokraten stellte Brandt solch eine anziehende Person dar.
Dann sind wir bis zum Tod Angela Merkels (den, das gebietet die Höflichkeit, ich mir natürlich möglichst fern wünsche) aber ziemlich arm dran, wenn man sich die gängigen Umfragen zum Thema Popularität anschaut. Mein Grund war damals übrigens nicht mal unbedingt ein aktuelles Thema oder eine aktuelle Persönlichkeit, sondern die Wurzeln der Partei, ihre Geschichte und die Politiker, die sie geprägt haben. Die momentane SPD ist allerdings ein Meister darin, jede Facette dieser Geschichte - ob nun die Agenda oder aber auch Zeiten vor Godesberg - zu verleugnen. Damit findet man sich natürlich weder links, noch rechts und schon gar nicht in der Mitte wieder, sondern ganz einfach nur im Abseits. Wenn die Besinnung auf ursprüngliche Werte, die kurze Phasen von programmatischer Armut vielleicht überbrücken könnte, auch noch fehlt, dann gibt es doch irgendwann keinen realistischen Grund mehr, so eine Partei noch zu wählen. Die Identifikation, mit der Stammwähler langfristig gebunden werden, beschränkt sich dann höchstens noch auf drei Buchstaben plus rotem Hintergrund.
Clement ist, das noch nebenbei, für mich einer der Verantwortlichen für diese Situation. Das hat noch nicht einmal mit der Agenda zu tun, über die man wenigstens noch diskutieren könnte, sondern mit seiner unerträglichen Selbstverliebtheit und seinem kaum verborgenen Lobbyismus. Meines Wissens war die SPD nie die Partei der Stromkonzerne, und ich hoffe, dass es auch nicht ihre Absicht ist, das in naher Zukunft zu werden. Clements Loyalität gilt offensichtlich nicht mehr der Partei, sondern seinem Arbeitgeber. Das ist im Prinzip nicht verwerflich, aber dann sollte er auch in aller Konsequenz dazu stehen. Tut er es nicht selbst, muss die SPD handeln.
__________________
""Jenosse! Sa' ma, wieso wählst du'n eiijentlich SPD?" (...) "Donnerwetter" sagt er," Donnerwetter! Nu wähle ick schon 22 Jahre diese Partei, aber warum ick det tue, det hat mir noch keener jefracht! (...) Wat brauchste Grundsätze, wenn de een Apparat hast!"
Und da hat der Mann recht! Wahrscheinlich werd ick diese Partei wähln, denn dit is so ein beruhijendet Jefühl: Man tut wat for de Revolution und weeß janz jenau, mit diese Partei kommt se janz bestimmt nich! "
(Kurt Tucholsky)
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Alt 28. Aug 2008, 20:34 Uhr   #63 (Permalink)
Apollon7
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Beiträge: 672
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Zitat:
Zitat von realGODlike Beitrag anzeigen
Wenn die Besinnung auf ursprüngliche Werte, die kurze Phasen von programmatischer Armut vielleicht überbrücken könnte, auch noch fehlt, dann gibt es doch irgendwann keinen realistischen Grund mehr, so eine Partei noch zu wählen. Die Identifikation, mit der Stammwähler langfristig gebunden werden, beschränkt sich dann höchstens noch auf drei Buchstaben plus rotem Hintergrund.

Du musst jetzt ganz stark sein: Die SPD, die Du Dir (zurück-)wünschst, wird es nicht mehr geben. Die Blüte der wirklich sozialdemokratischen Parteien ist vorbei und konnte auch nur eine Zeit lang gutgehen, weil durch die Brüder im Osten das Kapital sich einschränken musste und ihm Zugeständnisse abgerungen wurden.
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Alt 22. Nov 2008, 12:35 Uhr   #64 (Permalink)
realGODlike
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Beiträge: 856
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Auch wenn's durch meinen Umzug vielleicht etwas spät kommt und du noch unter anderen Vorzeichen gepostet hast als ich jetzt: Die Zeit der Sozialdemokratie ist doch offensichtlich längst wieder da, auch wenn man ihre Daseinsberechtigung aus den von dir genannten Punkten bezieht. Dafür braucht's nicht mal Änderungen des Programms, man müsste es einfach nur anwenden.
__________________
""Jenosse! Sa' ma, wieso wählst du'n eiijentlich SPD?" (...) "Donnerwetter" sagt er," Donnerwetter! Nu wähle ick schon 22 Jahre diese Partei, aber warum ick det tue, det hat mir noch keener jefracht! (...) Wat brauchste Grundsätze, wenn de een Apparat hast!"
Und da hat der Mann recht! Wahrscheinlich werd ick diese Partei wähln, denn dit is so ein beruhijendet Jefühl: Man tut wat for de Revolution und weeß janz jenau, mit diese Partei kommt se janz bestimmt nich! "
(Kurt Tucholsky)
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Alt 22. Nov 2008, 14:47 Uhr   #65 (Permalink)
Apollon7
Senior Member
 
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Beiträge: 672
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Zitat:
Zitat von realGODlike Beitrag anzeigen
Auch wenn's durch meinen Umzug vielleicht etwas spät kommt und du noch unter anderen Vorzeichen gepostet hast als ich jetzt: Die Zeit der Sozialdemokratie ist doch offensichtlich längst wieder da, [...]
Woher beziehst Du diese Annahme?

Zitat:
Zitat von realGODlike Beitrag anzeigen
Dafür braucht's nicht mal Änderungen des Programms, man müsste es einfach nur anwenden.
Auch deshalb sehe ich nicht, dass die Zeit der Sozialdemokratie wieder da sein soll. Was haben Linke noch in der SPD verloren?

Geändert von Apollon7 (22. Nov 2008 um 14:54 Uhr Uhr).
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Alt 22. Nov 2008, 17:49 Uhr   #66 (Permalink)
Sputnik
comunista!
 
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Registriert seit: Mär 2007
Ort: Im Zentralkomitee ;-)
Beiträge: 572
Standard Ade SPD

Zitat:
Zitat von Apollon7 Beitrag anzeigen
Auch deshalb sehe ich nicht, dass die Zeit der Sozialdemokratie wieder da sein soll. Was haben Linke noch in der SPD verloren?
Wirkliche Linke, also welche mit Herz und Verstand, haben längst nichts mehr in der SPD verloren. Sie sollen sich nicht der Illusion hingeben, man könne noch was ändern. Nein, mal ehrlich, das ist nur noch Zeit- und Energieverschwendung.
__________________
Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.

(Bertolt Brecht)
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