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Zitat von dichterDenker
Nur weil du verfolgt wirst, heißt das noch lange nicht, dass du nicht paranoid bist. Und umgekehrt.
Jetzt mal ernsthaft, glaubst du in der DDR ging es nur darum, die Gespräche aufzuzeichnen, um zu wissen was die Leute von Honecker halten? Da ging es schon auch darum die Paranoia hübsch oben zu halten.
Und wenn jetzt hierzulande die Paranoia steigt, ist das kein gutes Zeichen
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Du stellst da nur zwei Sachen auf eine Stufe, die nichts miteinander zu tun haben. Das Ziel der DDR war gegenseitige Bespitzelung, Paranoia, die Angst, niemandem was sagen zu können, weil der ja für den Staat arbeiten könnte. Paranoia war das Ziel.
Die Bundesrepublik verfolgt kein derartiges Ziel. Es gibt keine IMs, die alles beobachten, was du sagst und alles weitertragen, wenn du etwas gegen den Staat sagst. Himmel, wenn die Bundesrepublik gegen alle vorgehen würde, die was gegen sie sagen, dann wäre teilweise die halbe Userschaft von politischen Foren einkassiert worden.
Die Paranoia steigt vor allem deshalb, weil manche Leute Spass daran haben, Horrorszenarien für Leute an die Wand zu malen und diese nie überprüfen, ob es stimmt, was ihnen gesagt wird.
Was meinst du z.B. wieviele Leute annehmen, dass bei der Vorratsdatenspeicherung ihre Gespräche aufgezeichnet und gespeichert werden?
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Uhh, wirklich?
Also ich denke ich bin mir für meinen Teil sehr wohl bewusst, dass man nicht alle Daten auswerten kann, oder, dass der Staat nur ein sehr geringes an den meisten Daten hat.
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Um diesen und dessen Ziele geht es doch aber gerade, oder?
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Zum einen allerdings sitzt hinter den ganzen Rechnern wie du schon sagst ein Mensch, und, so wie ich die Menschen kenne, ist wahrscheinlich wahnsinnig interessiert an irgendwelchen privaten Daten.
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Der einzelne Mensch, sicherlich. Aber der ersäuft ja geradezu in Daten, wenn jedermann abgehört wird.
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Auf der anderen Seite hat der Staat (Nichtwähler -> unzufrieden? "Terrorgefahr"? Drogen? Steuerfahndung?) - oder Lobbyisten (Musikindustrie -> Copyright?), unter Umständen auch kriminelle Dritte (SPAMProfile?), mit Sicherheit ein Interesse an meinen Daten - das heißt an den Daten eines unbescholtenen Bürgers.
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Das ist sicherlich richtig. Aber alle diese Leute haben Interesse an ganz speziellen Daten. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, leicht an die ranzukommen, dann würde das sicherlich auch genutzt werden. Aber die gibt es nicht. Wenn du dir anguckst, wie viele Daten du täglich verschickst, dann wird dir auffallen, wie wenig von diesen Daten tatsächlich relevant sind und dass noch weniger davon von irgendwelchem Interesse für irgendwelche Leute sind. Um aber an die interessanten Daten zu kommen, müsste jemand den ganzen Datenmüll gezielt durchsuchen, um an die 0,001% interessanter Informationen zu kommen. Und dass bei all den Leuten, die im Internet unterwegs sind.
So eine Überwachung bringt etwas bei Leuten, die verdächtig sind, weil man da mit einem vertretbaren Aufwand an Daten kommen kann, die weitere Hinweise bringen können. Aber bei einem unbescholtenen Bürger? Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen ist wesentlich erfolgversprechender.
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Das die Möglichkeiten des Staates zu überwachen abgenommen haben ist ein ziemlicher Trugschluss. Was konnte man zu DDR-Zeiten machen? Telephon und Wohnung verwanzen und verfolgen lassen. Das ging ins Geld. Hat trotzdem geklappt.
Heutzutage geht immer mehr Kommunikation über elektronische Medien, wo der Zugriff sehr leicht ist - klar heißt das mehr Daten, aber darüber freut sich der Überwacher ja, sind ja schließlich Daten, an die der sonst nicht rankäme. Unsere Möglichkeiten die Daten dann auch auszuwerten sind eben durch die Computerisierung auch gestiegen.
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Das stimmt so nicht. Mach dir mal klar, welche Möglichkeiten denn früher überhaupt bestanden, irgendwelche Verbrechen zu planen. Wie mal irgendjemand sagte: Eine Planung, ohne mit deinem Mitverschwörer zu reden, ist schwierig. D.h. früher gab es drei, vier Möglichkeiten: Telefon, Brief, persönliches Treffen, toter Briefkasten.
Alle diese Punkte sind einigermaßen gut abzudecken, wenn man die Person abhört und beobachten lässt.
Wenn ich heute Informationen an irgendjemand weitergeben will, dann kann ich einen Brief schreiben, eine Email, eine ICQ etc. Nachricht, ein Beitrag in einer Shoutbox, im Chat, auf einem Forum oder einer Pinnwand. Ich kann über Skype direkt telefonieren, Daten auf einen ftp-Server laden, die Daten über torrent oder emule verfügbar machen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Newsgroup. Und mir ist jetzt wahrscheinlich nicht mal alles eingefallen.
Die Möglichkeiten von vorher existieren natürlich weiterhin. Dazu kommt, abgesehen von der Möglichkeiten im Internet, natürlich auch noch das Handy.
Damit habe ich unglaublich viele Möglichkeiten, meine Daten irgendwo zu verstecken, wo sie komplett harmlos sind. Sie verschwinden in dem Durcheinander an anderen Daten, die im Netz hin und her geschickt werden. Viele von diesen Möglichkeiten, z.B. ICQ oder Skype sind außerdem noch so gelagert, dass die Daten, wenn einmal verschickt und empfangen, weg sind. Die werden nirgendwo gespeichert.
Die Möglichkeiten für den Staat, legal irgendwelchen Leuten nachzuforschen, die illegale Sachen machen, ist aber über Jahre hinweg kaum gestiegen. Skype z.B. ist über die ohne Trojaner verfügbaren Mittel überhaupt nicht abhörbar. Toll für den sicherheitsbewussten Benutzer, toll aber auch für Mitglieder des organisierten Verbrechens, die sich der Tatsache wohl bewusst waren...
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Ja, volle Zustimmung.
Die Frage ist, warum konzertriert man sich - innerhalb rechtsstaatlicher Grenzen - nicht darauf, sondern versucht das auf immer breiterer Basis zu etablieren - Vorratsspeicherung, Trojaner die heimlich installiert werden, usw?
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Die Vorratsdatenspeicherung ist weniger dafür da, Verbrechen zu verhindern, dD. Sie ist dafür da, nachdem ein Verbrechen aufgefallen ist, die ganzen Beziehungen dahinter aufzudecken.
Ein Bündel an Daten darüber, wer wann mit wem telefoniert hat, bringt mir so erst einmal gar nichts. Vor allem, wenn ich die Daten von 80 Mio. Menschen habe. Habe ich aber eine Person, die verhaftet wurde, weil sie Drogen geschmuggelt hat, Menschenhandel betrieben oder irgendeinen Anschlag geplant oder durchgeführt hat, dann kann ich darauf zurück greifen. Dann können mit Hilfe der Daten mögliche Komplizen etc. gefunden werden.
Dass Trojaner heimlich installiert werden, finde ich, ehrlich gesagt, schon vom ganzen Hintergrund her, vollkommen verständlich. Das wäre, als würde ich einem Entführer, der mich zum Opfer führen soll, darüber informieren, dass ich ihn in nächster Zeit beschatten will. Computerdaten sind flüchtig. Jeder, der Bescheid darüber weiß, dass er kontrolliert werden soll, kann seine Daten vernichten. Ein einfaches Löschen allein würde wohl nicht reichen, aber ich nehme doch mal an, dass das solche Leute auch wissen.