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Alt 29. Jan 2008, 10:43 Uhr   #21 (Permalink)
senchi
Sehender
 
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Ort: wo ich mich zu Hause fühle
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Cool

Zitat:
Zitat von Tosca Beitrag anzeigen
Gütesiegel? So in der Art: "Das frischeste Hähnchen weit und breit"?

Stell dir vor, jemand steht an der Straße und verkauft Nasenpopel. Ich gehe mal davon aus, dass keiner die kaufen will. Rate mal wie lange der sich die Beine in den Bauch steht?

Und genauso verhält es sich mit dem Journalismus, ist keine Nachfrage nach Sensationsthemen, wird die reisserische Berichterstattung sehr schnell von der Bildfläche verschwinden. Aber so lange man gebannt am Fernseher sitzt und sich den Schott anschaut, wird es diesen auch geben.
So und nicht anders ist es.
Der Markt allein entscheidet über den Bedarf an Qualität oder an tumbem Geschreibsel. Jeder Ehrenkodex, jede Selbstverpflichtung versandet, wenn es um Auflage respective Geld geht.
Ich als Verbraucher habe trotzdem die Möglichkeit mich zu informieren. Ich selbst bestimme noch immer was, wann und wo ich lese, zuschaue oder zuhöre.
__________________
Links oder Rechts zu sein, ist ein Zeichen einer halbseitigen politischen und geistigen
Lähmung.
(Ortega Y Gasset)
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Alt 30. Jan 2008, 11:32 Uhr   #22 (Permalink)
Polemi
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Zitat:
Zitat von Siran Beitrag anzeigen
Ein aktueller Fall zeigt: Die Maßstäbe für das, was Journalismus ist und was er sein sollte, sind durcheinander geraten. Die seriöse Nachrichtenvermittlung ist derart bedroht, dass sie durch ein Gütesiegel geschützt werden sollte.

Ist es Journalismus, wenn ein RTL-Fernsehteam den Ex-Arbeitslosen Henrico Frank in eine Bundespressekonferenz mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck einschleust? Einen Wortwechsel der beiden Männer inszeniert, die vor einem Jahr auf einem Weihnachtsmarkt aneinandergerieten - und dann über das "Ereignis" berichtet? Wie am Montag geschehen? weiterlesen

Ich finde leider auch, dass die Qualität des Journalismus nachgelassen hat. Häufig hat man das Gefühl, dass gar nicht mehr ausreichend recherchiert wird und allzu häufig sind objektiv aufgemachte Berichte, extrem subjektiv gefärbt.

Denkt ihr, so eine Art Gütesiegel könnte tatsächlich was ändern?
Ich hatte zu nem anderen Fall einmal einen Thread im CPF aufgemacht:
Club der toten Journalisten? - politikforen.de

Mir scheint, dass eben vor allem die Schnellebigkeit der heutigen Nachrichtenwelt sehr auf die Qualität schlägt.
Schade eigentlich, aber eine Zeiterscheinung und wer sich davon abheben will, erreicht dieses eben leichter mit einem Paukenschlag, als mit guter Recherche...
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Alt 30. Jan 2008, 11:34 Uhr   #23 (Permalink)
Der Gelehrte
Perlen vor die Säue
 
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Mittlerweile verkommt der Beruf des Journalisten zum schlechtbezahlten Contentlieferanten einer auf Maximalrendite getrimmten Reklameverteilung.
__________________
Fünfzehn Tage und fünfzehn Nächte stritten die Gelehrten Gabundus und Terentius
über den Vokativ von "ego" und schließlich griffen sie zu den Waffen.
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Alt 30. Jan 2008, 11:38 Uhr   #24 (Permalink)
Polemi
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Zitat:
Zitat von Der Gelehrte Beitrag anzeigen
Mittlerweile verkommt der Beruf des Journalisten zum schlechtbezahlten Contentlieferanten einer auf Maximalrendite getrimmten Reklameverteilung.
Gab hier in Münster letztes Jahr einen wundervollen Fall, der Bundesweit durch die Presse ging:
Es wurde eine gesamte Redaktion ausgetauscht - man munkelt aus Kostengründen...

Muss man sich halt nicht wundern, wenn einfach nur noch dpa Meldungen mit ein paar starken Adjektiven aufgebauscht werden, um eine Nachricht zu bekommen!

Geändert von Polemi (30. Jan 2008 um 11:41 Uhr Uhr).
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Alt 30. Jan 2008, 11:57 Uhr   #25 (Permalink)
Meister Brubbel
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Beiträge: 3.054
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@polemi

das sollte mit softwaregestützen phrasendreschmaschinen schon automatisiert möglich sein ...
__________________
Each of you is so hot that scientists are trying to get government funding to find out if you are the cause of global warming. All we know for sure is that when polar bears think of you, they die. But they die happy.
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Alt 30. Jan 2008, 12:42 Uhr   #26 (Permalink)
Der Gelehrte
Perlen vor die Säue
 
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Beiträge: 114
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Zitat:
Zitat von Polemi Beitrag anzeigen
Gab hier in Münster letztes Jahr einen wundervollen Fall, der Bundesweit durch die Presse ging:
Es wurde eine gesamte Redaktion ausgetauscht - man munkelt aus Kostengründen...

Muss man sich halt nicht wundern, wenn einfach nur noch dpa Meldungen mit ein paar starken Adjektiven aufgebauscht werden, um eine Nachricht zu bekommen!
Aber genau so sieht vor allem die Lokalprese zu 99% aus. Der "Mantel" besteht aus abgeschriebenen dpa-Meldungen, die man auch überall woanders lesen kann. Und die eigentliche Kernkompetenz, das Lokale eben, leidet unter der unsäglichen Schreibe der schlecht bezahlten Zeilenknechte und der Tatsache, daß diese Blätter fast ausnahmslos Lokalmonopolisten sind, sich keinem Wettberwerb mehr stellen müssen und die jeweiligen Verleger/Chefredakteure mit der örtlichen Politprominenz im Bett liegen.
__________________
Fünfzehn Tage und fünfzehn Nächte stritten die Gelehrten Gabundus und Terentius
über den Vokativ von "ego" und schließlich griffen sie zu den Waffen.
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Alt 30. Jan 2008, 13:32 Uhr   #27 (Permalink)
Tosca
Abwarten und Tee trinken
 
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Beiträge: 245
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Zitat:
Zitat von Der Gelehrte Beitrag anzeigen
Aber genau so sieht vor allem die Lokalprese zu 99% aus. Der "Mantel" besteht aus abgeschriebenen dpa-Meldungen, die man auch überall woanders lesen kann. Und die eigentliche Kernkompetenz, das Lokale eben, leidet unter der unsäglichen Schreibe der schlecht bezahlten Zeilenknechte und der Tatsache, daß diese Blätter fast ausnahmslos Lokalmonopolisten sind, sich keinem Wettberwerb mehr stellen müssen und die jeweiligen Verleger/Chefredakteure mit der örtlichen Politprominenz im Bett liegen.
Na, na. Jetzt geht aber die Fantasie mit dir durch. Ein Lokalredakteur, der im Rathaus gerne gesehen wird, macht irgendetwas falsch. Nun gut, es muss nicht so laufen, dass der Bürgermeister auf die andere Straßenseite geht, wenn er den Redakteur kommen sieht.

Übrigens: Lokalredaktionen haben keinen Chefredakteur. Das sit eine Bezeichnung, die es nur in Mantelblättern gibt, also das Teil, das du schon richtig benannt hast. In Lokalredaktionen heisst er: Redaktionsleiter. Ist aber im Prinzip nichts anderes. Er trägt ebenso die Verantwortung.

Aber auch in Mantelredaktinen gibt es noch Redakteure und Reporter. Nur leider wird sehr stark auf das Geld geschaut. Erfahrene Journalisten sind nun einmal keine 25 Jahre alt. Aber der 25-jährige ist viel billiger. Und so schließt sich der Kreis. Niemand kann erwarten, dass bei solchen Methoden die Qualität gleich bleibt. Das Endergebnis liegt täglich auf unserem Frühstückstisch, oder nicht, wenn die Rotation Probleme macht.
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Alt 30. Jan 2008, 13:54 Uhr   #28 (Permalink)
Der Gelehrte
Perlen vor die Säue
 
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Zitat:
Zitat von Tosca Beitrag anzeigen
Na, na. Jetzt geht aber die Fantasie mit dir durch. Ein Lokalredakteur, der im Rathaus gerne gesehen wird, macht irgendetwas falsch.
Pardon, aber ich arbeite selbst als Journalist, du darfst also bei mir eine gewisse Kenntnis des Sachverhaltes voraussetzen.
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Alt 30. Jan 2008, 14:04 Uhr   #29 (Permalink)
Tosca
Abwarten und Tee trinken
 
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Zitat:
Zitat von Der Gelehrte Beitrag anzeigen
Pardon, aber ich arbeite selbst als Journalist, du darfst also bei mir eine gewisse Kenntnis des Sachverhaltes voraussetzen.
Jetzt wundert mich die Aussage mit der örtlichen Politprominenz aber schon, ehrlich.

Interessant, was in deiner Stadt abgeht. Wer liegt in deinen Bett? Die Frau Bürgermeister? Ach nee, dann wärest du ja der Herr Bürgermeister und ich kenne keine Redaktion in Deutschland, in der der Herr Bürgermeister auch der Redaktionsleiter/Chefredakteur wäre. Also, wenn du schon so weit gehst, dann kannst du ja auch noch "B" sagen.
Tosca ist offline   Mit Zitat antworten Direkt antworten
Alt 30. Jan 2008, 14:43 Uhr   #30 (Permalink)
Der Gelehrte
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Zitat:
Zitat von Tosca Beitrag anzeigen
Wer liegt in deinen Bett? Die Frau Bürgermeister? Ach nee, dann wärest du ja der Herr Bürgermeister und ich kenne keine Redaktion in Deutschland, in der der Herr Bürgermeister auch der Redaktionsleiter/Chefredakteur wäre.
Was soll das dumme Gefasel? Du hast offensichtlich keinen Schimmer, wovon du redest. Wenn es bei dir noch nicht einmal zum Verständnis von gängigen Metaphern reicht, solltest du zum Thema Journalismus besser den Nuhr'schen Satz beherzigen.
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