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Alt 09. Jun 2008, 11:25 Uhr   #4 (Permalink)
Deutscher Jäger
SCHLEMMER!!!!
 
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Zitat von Der Unschlüssige Beitrag anzeigen

Erstens: Es gibt heute keinen Klassenkampf mehr. Das liegt daran, dass es keine Klassen mehr gibt und schon gar kein Klassenbewusstsein. Soziologen sprechen heute von "Schichten", vor allem deswegen, weil anders als bei den Klassen des 19. Jahrhunderts eine sehr hohe Durchlässigkeit der Schichtgrenzen gegeben ist. Mit anderen Worten: Anders als ein Arbeiter im 19. Jahrhundert kann man heutzutage sehr leicht in eine andere Schicht auf-, ab- oder hinübersteigen. Man muss sich nur in die Hände spucken und was leisten. Daher erübrigt sich Klassenkampf.
Wenn man die Bezeichnung ändert, bleiben der Sachverhalt doch derselbe. Nenn es Klasssen, Schichten oder sonstwie.

Und das mit dem Aufsteigen wenn man in die Hände spuckt glaubts du doch wohl selber nicht?! Erzähl das mal ner Krankenschwester.....

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Zitat von Der Unschlüssige Beitrag anzeigen

Zweitens ist die Sozialstruktur völlig anders als im 19. Jahrhundert. Damals gab es eine Einkommenspyramide, mit wenigen Reichen ganz oben und einer sehr breiten Basis von Armen unten. Heute haben wir eine Mittelstandsgesellschaft, d.h. es gibt keine Einkommenspyramide mehr, sondern es ist ein "Ei" mit einer breiten Mitte und nur wenigen oben und unten. Und das hat ausschließlich der Kapitalismus herbeigeführt, der eben doch Wohlstand für alle ermöglicht. Im Sozialismus kann man nur Armut "gerecht" verteilen, aber keinen Wohlstand.
Das ist etwas, was die Vertreter des "Kapitalismus" (merkwürdigerweise Leute die meistens "oben" sitzen) den Menschen seit 300 Jahren glauben machen wollen. Tatsache ist, das die Schere zwischen oben und unten immer größer wird.
Es gibt ein schönes Beispiel (von wem weiß ich im Moment nicht mehr):
Man stelle sich eine Parade vor, in der die Höhe der Personen ihren Wohlstand angibt und die Menge der Personen, wieviele es in der jeweiligen Größe gibt.
Nach einer unendlich langen Reihe von Zwergen kommt eine sehr kurze Anzahl von sehr großen Riesen. Und die Erhöhung der Produktivität, das Wirtschaftswachstum kommt immer mehr überproportional den Riesen zugute. Will heißen, die Einkommen der Kleinen steigen kaum im Gegensatz zu den Einkommen der Riesen. Obwohl die Kleinen erheblich zum Wachstum beitragen.

Und für jeden der in der Pyramide aufsteigt, muss ein anderer zurückfallen!

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Zitat von Der Unschlüssige Beitrag anzeigen
Drittens hat sich der dialektische historische Materialismus als Irrtum erwiesen. Selbst schwere Krisen im kapitalistischen System in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben nicht zu einer kommunistischen Revolution in den entwickelten Gesellschaften geführt. Die dogmatische Annahme, das Sein bestimme das Bewusstsein ist als schlichter Blödsinn erwiesen. Der "Überbau" ist, wie sogar schon Gramsci in den 20ern festgestellt hatte, weitaus bedeutender und oft genug bestimmt das Bewusstsein eben doch das Sein. Es gibt eben doch einen freien Willen und persönliche Verantwortung.
Da stimme ich dir teilweise zu. Marx Vorraussagen waren falsch und eine Gesetztmäßigkeit abzuleiten auch. Aber seine Analysen waren richtig.

Zitat:
Zitat von Der Unschlüssige Beitrag anzeigen
Gibt es heute noch Armut? Nein. Jedenfalls nicht wie im 19. Jahrhundert, schon gar nicht für eine breite Masse oder gar klasse. Wirklich arm sind nur Obdachlose, die aber allesamt ausschließlich Leute sind, die wegen Alkohol- oder Drogenproblemen es nichtmal packen, Sozialhilfe zu beantragen. In Berlin wird ihre Anzahl auf ca. 500 geschätzt, bei einer Gesamteinwohnerzahl von 3,5 millionen. In diesem Zusammenhang von einer "Klasse" zu sprechen, ist einfach nur lachhaft.

Und die, die wegen der relativen Definition für "arm" erklärt werden (also weniger als 50% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben), sind im historischen Vergleich steinreich. Selbst ein Hartz-IV-Empfänger hat für gewöhnlich nicht nur ein sicheres Dach über dem Kopf, fließend Strom und Wasser, sondern auch genug zu essen, Küchengeräte, Fernsehen, Handy, meist auch Internet, sowie eine Monatskarte für öffentliche Nahverkehrsmittel. Manche leisten sich sogar ein Auto. All diese Luxusartikel gehören zur Minimalausstattung und dürfen nicht gepfändet werden. Soviel zur "Armut" in Deutschland.
Die typische Sichtweise eines Mitteleuropäers, der offensichtilich nicht mitbekommen hat, dass sich die klassische Armut nur verlagert hat. Es gibt nämlich noch andere Gegenden als den Westen. Afrika zum Beispiel. Die zahlen heute den höchsten Preis für den Wohlstand von wenigen bei uns.

Und deine Aussagen über Hartz-IV Empfänger zeugen von ziemlicher Unwissenheit über die tatsächlichen Lebensumstände dieser Menschen.
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“Religion is an insult to human dignity. With or without it, you’d have good people doing good things and evil people doing bad things, but for good people to do bad things, it takes religion.”
Steven Weinberg, Nobel Laureate in physics.
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