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Alt 09. Jun 2008, 00:32 Uhr   #13 (Permalink)
dichterDenker
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Zitat:
Zitat von Der Unschlüssige
Das ist sicher richtig, und hier kann man sicher auch über politische Lösungen nachdenken, wie man solcherlei Spekulationen unterbinden kann. Aber das meiste Geld wird sicher nicht durch Spekulation verdient, sondern durch die Erwirtschaftung von Leistungen, also Waren und Dienstleistungen. Wenn dem nicht so wäre, wäre Deutschland nicht eines der wohlhabensten Länder der Welt. Abgesehen davon kommen selbst "unanständige" Spekulationsgewinne am Ende zumindest zum Teil wieder bei den arbeitenden Menschen an, durch den sogenannten "Trickle-Down-Effekt", insbesondere wenn diese Spekulationsgewinne im Ausland von in Deutschland ansässigen Leuten gemacht werden.
Hmm, das wäre mal eine interessante Frage, wieviel Geld wirklich durch die Erwirtschaftung von Leistungen verdient wird und wieviel auf den Finanzmärkten. Jetzt mal ganz davon ab welche davon unanständig sind und welche nicht, wirft das v.a. in Hinblick auf Produktivität (und ich stimme der zu, dass die grundlegend ist) eine wichtige Frage auf.
Wieviele Leute beschäftigen sich denn im Verhältniss noch mit der Schaffung von Gütern und Dienstleistungen, und wieviele nur noch mit dem Hin- und Herschieben von Geldbeträgen?
D.h. wieviel % der heute erbrachten Arbeitsleistung werden wirklich genutzt um Wohlstand zu erwirtschaften?
Btw. ist das nicht auch eine andere Form von Umverteilung?
Außerdem glaube ich nicht, dass ...

Zitat:
Jedoch ist es auch ein Marktgesetz, dass Unternehmen unter den Bedingungen von Konkurrenz ihre Gewinne an die Verbraucher weitergeben: Wenn sich ein Unternehmen wegen Rationalisierung nämlich leisten kann, die Preise zu senken, so wird es das unweigerlich tun, weil es ihm einen Vorteil gegenüber Konkurrenzunternehmen verschafft. Was meinst du, warum die Kosten beispielsweise für Telekommunikation so erheblich gesunken sind, seitdem es Konkurrenten für die D-Telekom auf dem Markt gibt?
... man allzusehr auf einen "Trickle-Down-Effekt" oder andere "Versprechen" (das beste und billigste Produkt wird sich durchsetzen) vertrauen sollte. Ein schönes Beispiel, das belegt, das dem oft nicht so ist, ist Werbung.
Anstatt Werbung zu machen, könnte man die Qualität des Produktes verbessern oder es günstiger anbieten. Trotzdem gibt man dafür Unsummen aus und das mit Erfolg. Keinesfalls ist es also so, dass Unternehmen, die es sich leisten können unweigerlich ihre Produkte billiger anbieten - nur manche machen das.

Das mit dem Trickle-Down-Effekt und dem Konsum ist auch so eine Sache.
1) Ein Problem ist der Glaube, dass es für Konsum nur eine Grundlage gibt: Geld. Das ist aber falsch. Die eigentlichen Grundlagen sind aber Ressourcen und Arbeitskraft. Beides ist nicht unbegrenzt vorhanden (wobei die theoretisch verfügbare Arbeitskraft ja kaum ausgereizt wird). Wer für viel Geld konsumiert greift da recht viel davon ab.
Das ist alles kein Problem, solange man noch nicht an eine der Grenzen (Rohstoffquellen, Arbeiter) stößt - mit der zunehmenden Globalisierung werden wir die aber bald erreichen.
Das bedeutet, dass ein Reicher eben eine ganze Menge an Güterwert "vernichten" kann, der dann Ärmeren, die den zum Leben brauchen, nicht mehr zur Verfügung steht.
Ein treffendes Beispiel: Hast du die Autoball-EM gesehen? Oder gar die Stockcar-Crash-Challenge?
Da werden von unserer (recht reichen) Gesellschaft in einer Nacht Millionen zu klump gemacht - auf der anderen Seite schützen wir unsere Wirtschaft mit Subventionen, Niedrigstlöhnen usw. dagegen, dass Produzenten aus ärmeren Ländern von uns Geld abgreifen können - nix mit Trickle Down.

2) Wenn man ziemlich reich ist, kann man garnicht sein gesammtes Geld verkonsumieren. Stattdessen kann man aber ganz gut Geld benutzen um Macht zu erhalten.
Der wirklich Gierige sammelt nicht wie Dagobert Geldmünzen, sondern Firmen, Anteile, Lizenzen, Lobbyisten und korrupte Regierungsbeamte.
Und wenn du dir mal die ganzen Skandale ankuckst, die in der letzten Zeit hochgekocht sind, z.B. die Bespitzelungsskandale oder die Coka-Cola-Morde, dann wird eigentlich schnell klar, wie gefährlich das ist (davon mal abgesehen, dass hier kein Trickle-Down-Effekt greift, weil ja die Macht nicht nach unten rieselt).

Ok, soviel bis jetzt.
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