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Alt 15. Mai 2008, 14:16 Uhr   #15 (Permalink)
New Model Army
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Seien wir doch mal ehrlich:

Die Palästinenser sind die allerliebsten Lieblingsopfer der Welt. Keine Volksgruppe hat eine derartige Lobby, die Tibeter mal ausgenommen. Nicht die Tamilen, nicht die Kashmiris oder die Uiguren, auch nicht die Tutsi oder die Hutu und schon gar nicht die Tschetschenen.

Bei aller -häufig berechtigter- Kritik an Israel muss man doch konstatieren, dass es die Palästinser geschafft haben, über Jahrzehnte ihren Opferstatus zu konservieren und kontinuierlich auszubauen. Mithilfe ihrer arabischen Brüder übrigens, die alles tun, damit sich die Flüchtlinge ums Verrecken nicht in ihren Ländern integrieren können (davon sei Jordanien einmal ausgenommen).

Spatz in der Hand, Taube auf dem Dach: Das fing in Balfour an, ging weiter mit dem UN-Teilungsplan und endete dann irgendwo in in Camp David, als Madeleine Albright Yassir Arafat mittels verschlossener Tür daran hinderte, den Sitzungssaal zu verlassen, nur weil Ehud Barak grade seine Vorstellungen vortrug.

Bis heute gibt es keine namhafte palästinensische Organisation, die bereit wäre, das Großpalästina aus ihrem Wappen zu entfernen. Bis heute gilt es selbst bei den Anhängern der gemäßigten Fatah (al-Aksa-Brigaden) als ehrenhaft und irgendwie nobel, sich in einem Bus in Tel Aviv in die Luft zu spregen und bis heute haben zig Familien kein Problem damit, von ihren 4 Söhnen einen als "Märtyrer" abzustellen.

Übrigens hat bis zum heutigen Tag auch keiner der "Brüder" drumrum in irgendwelcher Weise zur Entwicklung einer palästinensischen Zivilgesellschaft beigetragen: Noch immer Lager, noch immer Flüchtlinge und das vielberedte Geschrei eines Saddam Hussein aus dem 90er-Golfkrieg darf -wie so vieles anderes Geschrei anderer Despoten- als das abgetan werden, das es ist: Geschwätz. Die arabischen Despotien drumrum lieben die Palästinenser in etwa so, wie sie ihre eigenen Völker lieben: Gar nicht.

In weiten Teilen Palästinas hat man nicht verstanden, dass die Welt eben nicht die 28. arabische Diktatur schaffen will und dass es nicht ein Dutzend Geheimdienste braucht und dass es nicht noch die nächste Kleptokratie benötigt.
Und man hat auch nicht verstanden, dass man für die eigenen Lebensbedingungen auch selbst verantwortlich sein muss. Was geschah eigentlich mit den israelischen Häusern nach dem Abzug aus Gaza? Antwort: Plattgemacht.
Angenommen, Israel hätte keine Lust mehr und sagte morgen: "War mal nett dieses Experiment, aber wir haben die Schnauze voll, wir verschwinden"....dann hätten all die Despotien drumrum keinen Erbfeind mehr, müssten die Palästinenser auf einmal schauen, wo sie bleiben....es endete in Bürgerkriegen und ich verwette einen Haufen Geld, dass der dann entstehende Staat Palästina nicht lang unabhängig wäre und umgehend Begehrlichkeiten der Nachbarn wecken würde.
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He whose face gives no light, shall never become a star

William Blake
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