Zitat:
Zitat von Wahnfried44
Das Bindeglied zwischen marxistischen Atheisten und heutigen Christen ist die Liebe, aber nicht die platonische.
Weiter heisst es:
" ... Dieser <<menschliche Grund>> des Christentums beschränkt sich nicht auf die <<Protestation>> gegen das, was dem Menschen fehlt. Was dem Menschen, dem entfremdeten Individuum in der Welt der Waren fehlt, ist die Möglichkeit, sein <<Gattungsleben>> zu leben, wie der junge Marx sagte, und genau darauf antwortet die religiöse Entfremdung mit der Verheißung, dass diese nicht zu unterdrückende Sehnsucht befriedigt wird, aber in einer anderen Welt, in einer Gemeinschaft ohne Schranken, in der das Gesetz der Liebe regiert.
[..]
Aragon versucht, diesen <<gemeinsamen Nenner>> in bestimmten Aspekten unserer <<Auffassung vom Menschen>> zu definieren. Beim heiligen Johannes am Kreuz findet er den höchsten Ausdruck der Liebe und führt diesen auf den menschlichen Grund zurück:
'Johannes vom Kreuz, du bist nur der christlicher Name all derer,
die sich aus Liebe verdammen...
Und ich, der ich nicht leide wie du,
ich gehe am Bett deiner Schmerzen und jenseits der Liebe Gottes vorbei,
Denn die Antwort ist von dieser Welt auf die Frage, die ich bin,
Wer sich davon entfernt, verirrt sich und findet
Nur wer den Abgrund am Rande der Abkürzung, wenn die Antwort
von dieser Welt ist,
Von dieser Welt die Liebe und die Erfüllung des Menschen Johannes vom Kreuz' "
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S. 103 (Mehr Text möchte ich nicht abschreiben) ......
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Ich hatte vor einem guten halben Jahr in einem anderen Forum mal einen Strang über die Zusammenhänge zwischen Religion, kulturell-zivilisatorischer Entwicklung und eben Religion eröffnet.
Um das jetzt mal kurz zu fassen, meine These war, daß die Zeit hedonistisch-heidnische Kulte vorbei war und die Religionsschöpfer ganz gezielt in Richtung 'zielgerichteter' Sexualität gingen, Lust also verdammten. Die Lebensumstände hatten sich geändert und man war nicht mehr interessiert an unendlich vielen Geburten, um so mehr daran, mit Gewißheit der Vater des großgezogenen Kindes zu sein. Dazu eignet sich eine gottgegebene Sexualmoral mit gottgewünschten Sanktionierungen bestens.
Nach meinem bescheidenen, laienhaften (wenn überhaupt) Verständnis, ist eine Regulierung von Sexualität ein ganz zentrales Thema von Religion.
Wenn ich mich allerdings nicht täusche, ist es gerade die wenig gottesfürchtige Sexualethik der 68er, inklusive der durchaus wohlschmeckenden Früchte der Gleichberechtigung, die uns heute in eine Sackgasse steuern und nicht zuletzt die Alterspyramide implodieren läßt.
Danke übrigens für die Mühe.