Mal eine allgemeine Frage: Als was bezeichnet ihr hier industriell? Für mich ist jeder Massenmord, in dem mehrere Millionen Menschen gezielt in Lager verfrachtet werden, um sie dort oder auf dem Weg dorthin umzubringen, industriell. Macht es wirklich so einen Unterschied, ob die Tötung durch Gas geschieht, durch Erschießen oder Erschlagen?
Der Hintergrund ist bei allen Massenmordung die Ausschaltung einer gewissen Gruppe. Die Gruppe kann durch ihre Religion definiert sein, ihre Herkunft, ihre sexuelle Orientierung, ihre politische Überzeugung oder ihren Bildungsgrad. Allen gemeinsam ist, dass die Machthaber sich an ihnen stören und sie wegmüssen.
Es geht mir nicht darum, die Schrecken des Holocaustes durch den Vergleich irgendwie "normaler" zu machen, allein den Versuch empfinde ich als absurd, aber mir gefällt es nicht, wie durch die Erhöhung, die Einzigartigkeit des Holocaustes die ganzen Massenmorde, die es sonst auch gab, irgendwie in den Hintergrund verschwinden. Die Leute, die da gestorben sind, haben meiner Meinung nach genauso ein Anrecht auf ein Gedenken. Und die Überlegung, ihr Tod sei irgendwie nicht so schlimm, weil sie ja nicht von den Deutschen industriell umgebracht wurden, sondern nur erschlagen oder erschossen, sorry, aber da wird mir dann schlecht.
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