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Alt 23. Jun 2007, 15:21 Uhr   #19 (Permalink)
Dr. Seltsam
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Darf ich mal fragen, was die Leute, die sich dermaßen darüber mokieren fragen, was irgendein Chinese davon halten soll, dass hierzulande damals "Mao, Mao"-Krakeeler zu der Zeit rumliefen, als der gerade in einem neuen Abwasch im Rahmen der Kulturrevolution 30 Mio Chinesen ermorden ließ?

Der SPIEGEL zitiert in einer Spezialausgabe ein Gedicht von 1975

"Die Neger unten in Uganda, die haben einen starken Mann da; er heisst AMin und spielt Tyrann und lässt auch keinen anderen ran. Wer immer stört da seine Ziele, verfüttert er an Krokodile!"

Das besonders infame ist, dass hier deutlich wird, dass der Schreiber, der das offenbar witzig findet, über die Details der Amin-Diktatur wohl auch so einiges wusste, war das Verfüttern an Krokodile ein Schauspiel, dem dieser Fettsack gerne zugeschaut hat!


Ich würde mal stark annehmen, solche Gags aus Indien oder China resultieren aus Unbildung oder einer anderen Wahrnehmung der Geschichte.

Und woher wissen wir nun, dass die krank sind und nicht wir?

Zitat:
Zitat von SAINT-JUST Beitrag anzeigen
Das Hitler-Restaurant ist in puncto Lukrativität ein Knaller.
Andere Menschen und Staatsführer, die ganze Volksgruppen in den Untergang gesschickt haben, werden doch auch oft abgebildet.
Sowas ist eher traurig, denn ein Vorbild, eine der wenigen positiven Folgen des Krieges ist es, dass dieser Mann ein für alle Male hierzulande tabu ist! Und das ist gut so.

Was du als unbeschwerteren Umgang bezeichnen würdest, führe ich eher darauf zurück, dass sich das Land es sich "nicht leisten" (klingt kurios) kann, mit einem Übeltäter zu brechen! Das Resultat ist, dass das ein Spaltungsfaktor für die Gesellschaft ist. Hitler hat in allen seinen Plänen und Zielen versagt, es gibt nichts, was man ihm lassen könnte. Stalin hat im Unterschied zu ihm einen Krieg gewonnen, stell dir mal vor, deine Familie hättest du im Gulag verloren und du müsstest jeden Tag Stalinverehrung miterleben, weil "er zwar ... aber dafür ja ...".

Was ich nur nicht verstehen kann, ist die Ansicht, andere Länder haben sich genauso mit der deutschen Geschichte zu identifizieren, wie die Deutschen. Einen Inder, der historisch nicht so interessiert ist, wird der Holocaust nicht so interessieren, vielleicht gar nicht. Mancherorts in Indien bewundert man ihn dafür, dass er gegen den eigenen Feind zog, das verhasste Empire.

Einen Chinesen werden die Verbrechen der Japaner nunmal schmerzlicher im Gedächtnis sein, als die der Deutschen. Das ist so und deswegen kann man von den Ländern auch nicht diegleiche Sensibilität für das Thema verlangen.

Geändert von Dr. Seltsam (23. Jun 2007 um 15:21 Uhr Uhr). Grund: Doppelpost zusammengeführt
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