Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 30. Jul 2008, 13:23 Uhr   #281 (Permalink)
dichterDenker
Profillos
 
Registriert seit: Feb 2007
Beiträge: 1.044
Standard

Zitat:
Zitat von Parker
Nun steht meinereiner in etwa da, wo der Todescocktail ausgeschenkt würde und mir wurde auch schon nahegelegt, mich beruflich zu verändern, so ich nicht dabei mitwirken mag. Ich denke jetzt mal, Deinen ganz ähnlichen Ratschlag habe ich zum Anlaß genommen, Dich mit in die Schublade zu stopfen. Entschuldigung also dafür und die Deine ist angenommen.
Ok, ebenso.

Zitat:
Eine Beweisführung über die Existenz psychischer Erkrankungen erschien mir bisher niemals vonnöten, wenn ich ehrlich bin. Ich habe die täglich vor der Nase, ungefähr wie mein Bett, dessen Existenz ich auch niemals zu beweisen für nötig hielt. Ich werde da später noch drauf eingehen.
Glaub mir, wenn du die Gewohnheit hast dich im Dunklen mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten zu bewegen lernst du sehr schnell erstmal sicherzugehen, dass der schwarze Schrank auch wirklich da ist wo du ihn immer siehst.

Es geht mir weniger um das Phänomen, dass man mit Sicherheit nicht beweisen muss, sondern um die weitergehende Interpretation und die Folgerungen die man daraus zieht.
Meinetwegen nenn es Krankheit, was du siehst.
Aber das die Leute ihre Entscheidungen nicht genauso wie normale Menschen selbst treffen siehst du nicht - und das muss erstmal verdammt gut erwiesen werden, wenn man mal die Implikationen berücksichtigt.

Zitat:
Öhm... das ist nun aber erstmal die Grundlage. Wozu sollte es eine Fakultät namens Psychiatrie geben, wenn es keine psychiatrischen Erkrankungen gibt?
Weil es Leute gibt, die sie immer noch brauchen? Ist wichtiger als jede Theorie. Und das sage ich dir als Wissenschaftler oder jemand der es werden will.
Die Methoden oder Medikamente die sich als erfolgreich erwiesen haben, braucht man nicht deswegen wegwerfen nur weil man es umbenennt.

Zitat:
Bedauerlicherweise durchschauen Psychiater eben nicht alles glasklar und die Besseren wissen das auch. Trial and Error ist demzufolge ein sehr gängiges Behandlungsverfahren. Ich will das weder schönreden, noch die Psychiatrie über den grünen Klee loben. Gerade diese Schwäche der Psychiatrie macht es für mich unmöglich etwas Finales, wie die Hilfe beim Suizid überhaupt in Erwägung zu ziehen.
Ok. Aus demselben Grund kann ich es nicht gut finden, wenn jemand gegen seinen Willen therapiert wird.

Zitat:
Selbstverständlich zwingt er mich. Allein die Suizidandrohung genügt und ist Zwang genug. Da bleibt uns keine Wahl mehr. Reicht die Drohung nämlich nicht aus und er sieht sich also gezwungen, diese durch eine Tat weiter zu untermauern, bin ich in Teufels Küche und zwar sehr buchstäblich, was ihm gewöhnlich auch bewußt ist.
Hmm, gut in der jetztigen Lage mag das sein.
Aber jetzt überleg mal - der Kerl legt es ja ganz schön darauf an sich eben nicht umzubringen. Eine Möglichkeit die er jetzt schon hat. Und jetzt bieten wir ihm die Möglichkeit das sicherer und vor allem auch unauffälliger durchzuziehen. Ich glaube nicht, dass er diese Möglichkeit annehmen würde.

Zitat:
Im Übrigen habe ich auch schon Drohungen aller Art zu hören bekommen und auch körperliche Gewalt ist im psychiatrischen Alltag nicht so selten, wie man sich das wünschen würde.
Ich denke darüber, dass man bei einem Gewalttäter etwas tun muss sind wir uns einig.
dichterDenker ist offline   Mit Zitat antworten Direkt antworten